Kleine Rolle kommt groß raus
27.01.2010 | 17:04 Uhr 2010-01-27T17:04:00+0100
Wattenscheid. Sushi ist bekannt als kleine, handliche Mahlzeit, die man mit wenigen Bissen aufisst. In Wattenscheid soll jetzt aber eine Sushi-Rolle auf den Tisch kommen, die herkömmliche Dimensionen sprengt.
„Rund 1300 Kilogramm wird sie wiegen, womöglich die größte und dickste Rolle der Welt. Das könnte einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde geben”, sagt Restaurant-Inhaber Min Kim.
Man nehme: 670 Kilogramm ungekochten Reis, das wird dann etwa 1300 Kilo gekochter Reis. Außerdem: Gurken, Lachs, Tamago (Omelett), Salat. Ungewöhnliche Maße erreichen die Seetangblätter: Benötigt werden 15 Bahnen a 18 Meter.
Wer jemals gesehen hat, mit welcher Fingerfertigkeit kleine Sushi-Rollen entstehen, kann sich unschwer ausmalen, welchen Aufwand und welche Technik das Rollen dieses Mega-Happens erfordert.
„Die Rolle wird wie eine Schnecke aufgerollt, damit das Eigengewicht der Sushirolle das Nori nicht zerreißt”, erklärt Min Kim. Das wird rund acht Stunden dauern. „Die Reisschicht beträgt 15 Zentimeter, acht Runden wird die Schnecke haben.” Das Besondere: In das Sushi wird zusätzlich, zur besseren Stabilität, eine essbare Folie eingerollt. Das ging nicht ohne wissenschaftliches Kalkül: Diese Folie wurde eigens für das Event in der Schweiz besorgt und in einem Labor in Stuttgart auf Belastbarkeit und Nutzbarkeit überprüft. Ein Professor der Uni Stuttgart hat exakt berechnet, wie stark die Folie sein muss, damit die Riesenrolle nicht zerreißt.
Aufgrund der enormen Ausmaße wird das Mega-Sushi in einer Speditionshalle in Dortmund gerollt, als Rollfläche dienen Europaletten, die mit Holzplatten verbunden werden. Insgesamt wird die so entstandene Fläche 18 Meter lang sein. Nach Fertigstellung des Riesen-Sushi – 1,20 Meter hoch und 1,50 Meter lang – wird es dann nach Wattenscheid transportiert. Die Aktion versteht der 41-Jährige auch als Werbe-Effekt für sein kürzlich eröffnetes Restaurant „Sushi Garden” in der Oststraße 29 (vormals „Dschingis Khan”): Alle Gäste sind nämlich am Samstag, 6. Februar, ab 18 Uhr zum kostenlosen Verzehr dieser angelieferten Mega-Rolle eingeladen.
Min Kim bietet neben Sushi auch übliches Essen aus der asiatischen Küche an, um ein breites Kundenspektrum bedienen zu können. „Und da roher Fisch nicht jedermanns Sache ist, gibt es auch Sushi mit gebratenem oder frittiertem Fisch oder mit eingelegtem Gemüse”, erklärt der gebürtige Koreaner, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt und jetzt nach Wattenscheid gezogen ist. Zuvor war er in einem Restaurant in Düsseldorf tätig.
Sushi ist in den letzten Jahrzehnten auch in westlichen Ländern populär geworden. Das hat zu Verzehrgewohnheiten geführt, die sich von denen in Japan unterscheiden. Während es in Japan traditionell mit der Hand gegessen werden, verwenden die meisten westlichen Konsumenten Stäbchen – wer damit scheitert, greift zu Messer und Gabel. Auch die Zutaten haben sich hier oftmals geändert, so dass viele Sushi-Varianten entstanden sind. „Ich hoffe, auch hier Anhänger für dieses gesunde Essen zu finden”, sagt Min Kim.
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