Kitas lassen sich „fair“ zertifizieren

„Fair“ genießen und sich auch fair verhalten: Die Kleinen der Kitas St. Gertrud, St. Joseph, St. Theresia und St. Maria-Magdalena lernen es spielend.Foto:Gero Helm
„Fair“ genießen und sich auch fair verhalten: Die Kleinen der Kitas St. Gertrud, St. Joseph, St. Theresia und St. Maria-Magdalena lernen es spielend.Foto:Gero Helm
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vier katholische Kindertagesstätten wollen fair gehandelte und regionale Produkte verwenden. Bildungsarbeit mit den Kindern gehört zum Programm

Auf den Weg, „faire Kita“ zu werden, haben sich gleich vier Wattenscheider Kindertagesstätten gemacht. Sie alle gehören zum Kita-Zweckverband des Bistums Essen. Sie wollen sich jetzt im März um die Zertifizierung als „Faire Kita“ bewerben, um im April offiziell als solche anerkannt zu werden.

An den Start gegangen sind die Einrichtungen St. Theresia (Eppendorf), St. Maria-Magdalena (Höntrop), St. Joseph (Heide) und St. Gertrud (WAT-Mitte) allerdings längst. Nach einer Veranstaltung der „Faire Metropole Ruhr“ (www.faire-metropole-ruhr.de) im September vergangenen Jahres, an denen viele Erzieherinnen aus den Zweckverband-Einrichtungen teilgenommen haben, stand für die der vier Kitas fest, mitzumachen. Stephanie Rösen, Sprecherin für die Kindertagesstätten in der Pfarrei St. Gertrud und Leiterin der Kita St. Maria-Magdalena: „Wir waren sofort angetan von er Idee.“ Und die Umsetzung folgte auf dem Fuße. Zunächst haben die vier Kitas intern überlegt, wie ihre Tagesstätte „fair“ werden kann. Dann wurden die Eltern und natürlich die Kinder ins Boot geholt. Jede Kita weist ein Team vor, bestehend aus Erzieherinnen und Eltern.

Was macht denn nun eine „faire Kita“ aus – etwa eine Frage, die die Eltern stellten. Zunächst sollen mehr „fair“ gehandelte Produkte verwendet werden, also Lebensmittel, die nicht durch Kinderarbeit erzeugt werden und bei denen die Bauern aus Dritt-Welt-Staaten angemessenes Geld für die Anbauerzeugnisse erhalten. Kaffee, Kakao, Rohrzucker, Bananen, Tee und regionale Produkte halten verstärkt Einzug in die Kitas.

Haltung und Handlung

„Aber damit ist es nicht getan“, so Marianne Liebich, Leiterin der Kita St. Theresia. „Das Thema muss bei den Kindern ankommen. Wir sprechen mit ihnen über andere Länder, in denen es ihren Altersgenossen nicht so gut geht. Diese Form von Bildungsarbeit funktioniert sehr gut mit Kindern.“ St. Theresia bietet zudem einmal pro Woche ein Frühstück mit fairen und regionalen Produkten.

Das „Netzwerken“ der vier Kitas untereinander sei ebenfalls wichtig, so Marianne Liebich. „An Palmsonntag werden wir nach der Messe im Begegnungszentrum maGma gemeinsam mit St. Maria-Magdalena einen fairen Treff veranstalten.“ Aktiv sind auch die Kitas St. Gertrud und St. Joseph. St. Gertrud, so erklärt die stv. Leiterin Gabriele Miljkovic, zeigte gerade die Sonderausstellung „Kinder weltweit“ vom Wattenscheider Weltladen. St. Joseph nahm sich Afrika als Kontinent vor. „Wir haben mit den Kindern herausgearbeitet, was sie selbst haben und andere Kinder nicht“, erklärt Erzieherin Katrin Beinke-Brandt. Die Anerkennung, die Zertifizierung als „faire Kita“, sei den Einrichtungen wichtig. „Nicht, weil wir dann eine Plakette an unsere Gebäude hängen können,“ so Stephanie Rösen, „sondern weil uns damit der inhaltliche Auftrag, den wir alle damit angenommen haben, noch einmal bestätigt wird.“

Das bekräftigen auch die Mütter, die den Teams in den einzelnen Kitas angehören. Jessica Dittrich (St. Maria-Magdalena), Britta Monka (St. Gertrud), Violetta Finke (St. Joseph) und auch Anna Kolacki (St. Theresia) sind „gern bereit, in den regelmäßigen Teamsitzungen aktiv zu arbeiten.“ Sie sind der Überzeugung, „dass viele kleine Leute an vielen kleinen Orten die Welt verändern.“