Kirche fit für die Zukunft machen

Nach einem Umbau dient die St. Pius-Kirche als Urnenbeisetzungsstätte, als Kolumbarium. Das Gebäude ist Beispiel dafür, wie sich Kirche neu aufstellen kann.
Nach einem Umbau dient die St. Pius-Kirche als Urnenbeisetzungsstätte, als Kolumbarium. Das Gebäude ist Beispiel dafür, wie sich Kirche neu aufstellen kann.
Foto: Becker

Wattenscheid..  Die katholische Kirche in der Alten Freiheit steht rund zehn Jahre nach den letzten strukturellen Veränderungen vor weiteren Reformen. Doch sollen sich die Gläubigen diesmal selbst mit Vorschlägen und Ideen am Pfarreientwicklungsprozess beteiligen. Der Startschuss dafür fiel am Sonntag in Höntrop.

Rund 150 Interessierte kamen in St. Maria Magdalena zusammen, um sich mit der Zukunft ihrer Kirche zu befassen. Das Bistum Essen hatte zuvor alle 42 Pfarreien aufgefordert, einen Pfarreientwicklungsprozess zu organisieren, in dem die pastorale und wirtschaftliche Zukunft der Pfarrei bis zum Jahr 2020/2030 in den Blick genommen werden soll. Anschließend sollen notwendige Veränderungen umgesetzt werden. „Wir wollen dabei nicht den wirtschaftlichen Aspekt in den Vordergrund stellen, sondern die Seelsorge und wie wir unserer Sendung als Kirche in Zukunft gerecht werden“, kündigt Propst Werner Plantzen im WAZ-Gespräch an. Zwar sei zu berücksichtigen, dass der Etat der Pfarrei St. Gertrud in einem ersten Schritt um etwa 30, in einem zweiten um etwa 50 Prozent gesenkt werden müsse. „Aber wir wollen in der Fläche präsent bleiben. Es gibt keine Streichliste“, betont Plantzen.

Um dem Auftrag des Bistums nachzukommen, plant die Pfarrei, Arbeitsgruppen mit den Themenfeldern Seelsorge, Kommunikation und Gebäudestruktur einzusetzen. Der Bereich Kommunikation bezieht sich in diesem Fall nicht nur auf die Außendarstellung, sondern auch darauf, wie die Zusammenarbeit der Gemeinden forciert werden kann. Ein erster Schritt sei etwa die Erarbeitung eines gemeinsamen Pfarrbriefs, wie es bereits am Sonntag angeregt wurde.

„Sehen – Urteilen – Handeln“: So der Dreiklang, den das Bistum beim Pfarreientwicklungsprozess anregt. „Wir wollen also erst einmal sehen, was ist, was wir haben und wo ein Sanierungsbedarf besteht“, schildert Plantzen und meint damit nicht nur die Gebäude der Pfarrei. Eine Koordinierungsgruppe wird den gesamten Prozess begleiten.

Plantzen: „Vor zehn Jahren gab es Vorgaben ,von oben’. Heute müssen wir zwar auch den Gürtel enger schnellen, können aber ,von unten’ Vorschläge machen und ein jeder kann Verantwortung für seine Kirche übernehmen. Das ist auch als Chance zu verstehen.“