Kinder lernen das Landleben kennen

Wattenscheid..  Das bäuerliche Leben vor rund einhundert Jahren, kindgerecht erklärt: Der Eppendorfer Heimatverein (EHV) macht’s möglich, hatte dazu kürzlich Besucher von der Höntroper Kirchschule zu Gast. 18 Mädchen und Jungen erlebten, wie der Bauer, die Bäuerin, aber auch die Knechte und Mägde einst ihren Alltag gestalteten.

Nachdem der größte und der kleinste Schüler zur Begrüßung eine EHV-Fahne hissen durften, zogen sich alle Kinder einen Kittel über. Schließlich wurden sie gerade vom „Bauern“ Gerd Robok (EHV-Vorsitzender) in den Knechte- und Mägdestand erhoben. So begann das Programm zum Anfassen: „Nach einer kurzen Einweisung konnten die Schüler ausprobieren, wie schwer es war, Korn mit einem Dreschflegel zu dreschen“, schildert Robok. EHV-Mitglied und frühere Lehrerin Renate Wapelhorst präsentierte, wie Haferflocken hergestellt werden. Die große Kornmühle wurde ebenso angefahren, dadurch konnten die Kinder einen Eindruck gewinnen, wie aus Korn am Ende tatsächlich Mehl entsteht.

Der Ofen im Backhaus des Thorpe-Heimatmuseums lief schon einen Tag zuvor auf 350 Grad heiß, um im Rahmen der Veranstaltung frische Brötchen auszuwerfen. Auf der Streuobstwiese an der Engelsburger Straße stellte „Schäferin“ die gerade geboren Lämmer vor. Robok: „Mit ein bisschen Glück hätten die Kinder auch die Schafe streicheln können, doch die verdrückten sich leider in die hinterste Ecke.“ Bei Holzkuh „Elsa“ hatten die Kirchschüler mehr Glück, konnten sie melken.

„Großmagd“ Inga Schreiber hatte da schon die Buttermaschine vorbereitet. Der vorab angesetzte Sauerrahm wurde eingefüllt, Kinder und Eltern, die mit vor Ort waren, versuchten sich in der Butterherstellung. Schlussendlich erhielten alle „Knechte“ und „Mägde“ für ihren Einsatz einen Lohn in Form von Kupferpfennigen aus der Zeit vor dem Euro. „Wir waren sicher nicht zum letzten Mal hier“, zogen die Beteiligten der Kirchschule im Anschluss ein positives Fazit.