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Keine ruhige Kugel

11.08.2009 | 16:20 Uhr
Keine ruhige Kugel

Er kann's nicht lassen. Auch bei seinem neuen Hobby feiert Handball-Urgestein Thomas Stallmann Erfolge: Der 53-Jährige, der vor zweieinhalb Jahren den Handball gegen die Boule-Kugel getauscht hat, darf sich jetzt Tireur-Bezirksmeister nennen.

Sprich: Er hat im Präzisionsschießen mit der Boule-Kugel 28 Konkurrenten aus dem Feld geschlagen, oder besser gesagt: geschossen.

„Die Handballerfahrung und die Wettkampfhärte kommen mir dabei natürlich entgegen”, sagt der Mitbegründer der Boule-Abteilung des TV Wattenscheid 01. „Das ist wie beim entscheidenden Siebenmeter – das habe ich auch immer gerne gemacht.”

"Man nimmt täglich die Kugeln in die Hand"

Dabei ist Stallmann vor zwei Jahren noch regelmäßig von seiner Frau in dem Sport, den sie beide bei ihren Frankreich-Urlauben entdeckt haben, geschlagen worden. Aber: „Was früher Freizeitsport war, ist mittlerweile schon intensiver geworden. Man nimmt täglich die Kugeln in die Hand.” Dafür muss Thomas Stallmann nicht weit fahren: Einen Boule-Platz hat er im eigenen Garten.

Ein idealer Platz zum Boule-Spielen

„Wir hatten da eine große Kiefer, unter der der Rasen nicht so richtig wächst.” Ein idealer Platz zum Boule-Spielen, dachte sich Stallmann – und ließ den Rasen Rasen sein. „Dieses Jahr haben wir die Fläche noch erweitert, so dass man mit mehreren spielen kann”, erzählt er. „Im Sommer ist das richtig schön, mit Freunden ein Gläschen zu trinken, zu grillen und dabei Boule zu spielen.” Das Gläschen darf auch mal ein typisch französischer Pastis sein, „aber das heimische Bier schmeckt doch am besten”.

"Da kommt der Ehrgeiz, sich zu verbessern"

Eine ruhige Kugel allerdings schiebt Thomas Stallmann beim Boulespielen schon lange nicht mehr: „Auf den Turnieren sieht man viele gute Spieler – da kommt dann der Ehrgeiz, sich zu verbessern.” Dafür hat er sogar andere Spieler gefilmt, „um die Bewegungsabläufe genauer studieren zu können”.

Hinzu kam der Ehrgeiz: „Auf den Turnieren war man zuerst froh, wenn man nicht verloren hatte, dann kam der erste Sieg – und später wollte man auch richtig guten Spielern Paroli bieten.” Das ist nicht immer so einfach: Stallmann kann wegen mehrerer Knieverletzungen aus seiner Handballzeit nicht in die Hocke gehen. „Da muss man gucken, dass man den besten Stil für sich selbst findet.”

"Man verbindet Freizeit, Urlaub und Sport"

Die ideale Sportart nach der Handball-Karriere jedenfalls hat Stallmann mit dem Boulespielen gefunden: „Man verbindet Freizeit, Urlaub und Sport.” Die Kugeln sind immer dabei, das Spielen ist fast überall möglich. „Auf jedem Parkplatz, der nicht befestigt ist.” Gemeinsam mit seiner Frau ist er auch bei Dorf-Turnieren in Südfrankreich oft dabei. Aber im Mutterland des Boule-Spiels, bedauert er, „kann man natürlich nicht mithalten”.

Annette Wenzig

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