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Keine Kinder ohne Kunstrasen

08.10.2012 | 18:55 Uhr
Keine Kinder ohne Kunstrasen
Foto: STEFAN AREND

Wattenscheid. Im Sommer staubt es gewaltig, im Winter ist der Platz entweder knochenhart oder matschig – keine optimalen Bedingungen für Vereinsfußball. Doch der FSV Sevinghausen muss damit leben. Dem Club steht an der Sportanlage „Auf dem Esch“ keine Alternative zur Verfügung. Kinder-, Frauen- und Herrenmannschaften müssen bei Wind und Wetter auf Asche spielen.

Die Lösung des Problems wäre ein Kunstrasenplatz: „Der kann auch im Winter bespielt werden, die Verletzungsgefahr ist wesentlich geringer“, zählt Werner Baum, Jugendleiter des FSV Sevinghausen, nur zwei Vorteile eines solchen Bodenbelags auf. „Ein Kunstrasenplatz würde zudem bedeuten, dass viele neue Kinder zu uns kämen“, ist er sich sicher. Schließlich habe der FSV erst kürzlich Gespräche in den Grundschulen vor Ort geführt, die Kinder zeigten durchaus Interesse, wollen aber nicht immer nur auf Asche spielen. Denn die benachbarte Rasenfläche steht zunächst einmal dem Cricketverein zur Verfügung, der FSV könne den Bereich zwar mitnutzen, „aber es fehlt eine Drainage und offizielle Spiele dürfen dort nicht stattfinden“, sagt Baum. Und somit führt die Frage nach dem Boden automatisch auch zur Grundsatzdiskussion über die Zukunft des Vereins.

„Aufgrund der erteilten Haushaltsgenehmigung ist die Stadt wieder in der Lage, auch im Bereich der freiwilligen Aufgaben – wie der Sportförderung – Maßnahmen zu ergreifen“, teilt Sport- und Bäderamtsleiter Klaus Retsch auf WAZ-Nachfrage mit, dass die Verwaltung zurzeit Vorschläge zur weiteren „Sportstättenentwicklungsplanung“ erarbeitet.

Momentan werde erst noch die „alte“ Prioritätenliste zur Modernisierung von Spielfeldern aus dem Jahr 2002 abgearbeitet, dazu gehören Sportplätze in Wiemelhausen und Stiepel. Eine entsprechende Beschlussvorlage bereitet die Verwaltung zurzeit für die Sportausschusssitzung am 26. Oktober vor. „Es haben sich allerdings keine neuen oder größeren Handlungsspielräume ergeben, sondern die vorhandenen Mittel können nach sportfachlichen Gesichtspunkten verausgabt werden“, schildert Retsch.

Die Umrüstung eines bestehenden Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz kostet laut Verwaltung durchschnittlich 700 000 Euro, wobei zusätzliche Kosten durch Flutlichtanlagen oder andere Baumaßnahmen anfallen können.

Vorschläge zur Sportentwicklungsplanung der nächsten Jahre seien in Arbeit – und sollen wiederum Aussagen zur Errichtung neuer Kunstrasenplätze enthalten.

Christopher Becker



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