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KAB blickt auf 50 Jahre

27.12.2012 | 17:15 Uhr
KAB blickt auf 50 Jahre
Willi Gebel vor der Kirche St. Theresia.Foto: Thomas Goedde

Wattenscheid. Für eine gerechte Gesellschaft eintreten, Anwalt der Arbeitnehmer sein, ihre Sorgen, Ängste und Nöte in den Mittelpunkt stellen: Grundsätze, die vor 50 Jahren galten, sind für die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) auch heute noch aktuell. Wie in Eppendorf, wo sich im Jahr 1962 rund 40 katholische Männer zur Gründungsversammlung der KAB St. Theresia trafen. Am 13. Januar 2013 feiert die Gruppe nun ihr Jubiläum, lässt dabei eine bewegte Geschichte Revue passieren und erklärt, warum die Arbeit der KAB auch zukünftig so wichtig sein kann.

Rückblick: Die Gründung der KAB St. Theresia fiel 1962 mit dem Zuzug von mehreren hundert Familien in die neue Siedlung „Rosendelle“ zusammen. Die Rheinisch Westfälische Wohnstätten AG bebaute seinerzeit das vormals landwirtschaftlich genutzte Gebiet als Tochterunternehmen des Bochumer Vereins. Damit war der Startschuss für die Arbeit der Katholischen Arbeitnehmerschaft in Eppendorf verbunden, die Gaststätte „Dorfbrunnen“ diente zunächst als Vereinslokal.

Veränderungen in den 1970ern

Auch Willi Gebel ist seit 50 Jahren Mitglied der KAB. Zwar begann sein Weg in St. Joseph, doch ist er 1964 nach Eppendorf gezogen und seitdem aktiv in der dortigen Gemeindegruppe. Von 1971 bis 2002 war er ihr Vorsitzender. „Zu dieser Zeit hatten wir nur noch wenige Mitglieder. Wir mussten ‘was machen“, schaut der 80-Jährige zurück auf den Beginn seiner Amtszeit.

Und Gebel hat gemacht: Gezielte Mitgliederwerbung einerseits, strukturelle Veränderungen gehörten andererseits zu seinen Neuerungen. Frauen waren von diesem Zeitpunkt an „nicht mehr nur zum Kaffeekochen da“, sondern wurden in die Vereinsarbeit, in den Vorstand, eingebunden. Aus dem Männerverein entwickelte sich damit langsam die KAB, wie sie sich heute darstellt; mit einer dazugehörigen Frauengruppe, einer Seniorengruppe und der Frühstücksrunde, die sich nach der monatlichen Messe für die Lebenden und Verstorbenen der KAB trifft.

Gebel ist inzwischen Ehrenvorsitzender, auch unter seinem Nachfolger Heinrich Clevinghaus bietet die Gemeinschaft ein volles Programm rund um Versammlungen mit gesellschaftlichen Diskussionen, auch Ausflüge und Bildungsfahrten nach Berlin, Dresden oder in die Schweiz sind darin enthalten. „Wir haben in jeder Woche mindestens eine Veranstaltung bei immer noch über einhundert Mitgliedern“, betont Gebel.

Doch wie sieht die Zukunft der KAB St. Theresia aus? „Am Beispiel von Opel sehen wir, wie viele Ungerechtigkeiten es gibt. Da brauchen wir weiter Leute, die den Finger in die Wunde legen“, sagt Gebel. „Daher glaube ich fest an eine Perspektive für die KAB. Nur wir müssen eben neue Wege finden, um Arbeitnehmer gezielt anzusprechen.“

Christopher Becker

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