Jubilare blicken auf Kommunion

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Wattenscheid..  Der weiße Sonntag ist in vielen Gemeinden der Tag, an dem Kinder zur Erstkommunion gehen. Ein passenderes Datum, um mit Jubilaren die Gold-, oder Diamantkommunion zu feiern, hätte es daher wohl kaum geben können.

Mit einer Messe in der Propstei begann der Tag für viele, die dort oder auch in den früheren Gemeinden St. Nikolaus und St. Johannes zur Kommunion gegangen waren, anschließend ging es mit einem gemütlichen Beisammensein im Gertrudishaus weiter. Zum Jubiläum waren alle eingeladen, die vor 50, 60 oder 65 Jahren zur Kommunion gegangen waren.

„Ein Jubilar ist auch hier, der vor 70 Jahren die erste heilige Kommunion empfing“, sagte Christel Naskret, die als Gemeinderatsmitglied und gleichzeitig selber Jubilarin die Feier organisiert hatte. „Außerdem sind diejenigen, die vor 63 Jahren Erstkommunionkinder waren, auch hier“, erzählte Propst Werner Plantzen. „Bei ihrer Jubilarfeier haben sie beschlossen, sich von nun an alle drei Jahre wieder zu treffen“, erklärte er weiter.

Die Kinder von damals sind längst erwachsen geworden, aber an den besonderen Tag erinnerten sie sich alle gut. „Wir haben uns in der Schule getroffen und sind dann von da aus zusammen in die Kirche gegangen. Auf dem Weg standen die Eltern, Verwandte und Paten Spalier und dann sind wir in die Kirche eingezogen“, blickte Christel Kolan zurück, die vor 65 Jahren in der Gemeinde St. Johannes zur Kommunion ging. „Anschließend wurde zu Hause dann weitergefeiert. Wir hatten im Hof ein Schwein geschlachtet und es gab Braten und Buttercremesuppe.“ Als Geschenk gab es damals für viele Kinder eine Sammeltasse – Christel Kolan hat sie immer noch, genauso wie sie ihr Kommunionkreuz heute noch um den Hals trägt. Die gestrige Feier war für sie fast ein genauso besonderer Tag wie die Erstkommunion selbst: „Es ist einfach schön, alte Freunde, mit denen man zusammen zur Kommunion gegangen ist, wieder zu sehen.“

Ähnlich dachte auch Christel Naskret: „Durch die Feier können wir die Stunden wieder aufleben lassen und es freut mich sehr, dass auf diese Weise der Kontakt zu alten Freunden wieder hergestellt werden kann. Ich bin alte Listen durchgegangen und habe versucht, alle einzuladen. Manche derjenigen, die ich erreichen konnte, haben dann den Kontakt zu anderen hergestellt. Und als wir dann zusammen in die Kirche eingezogen sind – das war schon ein sehr bewegender Moment.“

„Zum Friedensgruß haben sich die Kommunionkinder aus diesem Jahr zusammen mit den Jubilaren um den Altar versammelt, so hat sich quasi ein Kreis geschlossen“, sagte Bernd Albers, der ebenfalls als Jubilar und gleichzeitig als Gemeinderatsvorsitzender die Feier mitorganisiert hatte.

Zum Abschluss des Gottesdienstes sang die Gemeinde ein dazu passendes Lied, das damals in den Erstkommunionsfeiern fester Bestandteil der Messe war: „Unseren Herzen soll die Stunde ewig unvergessen sein…“