Jecken stürmen das Rathaus

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Um Punkt 11.11 Uhr stürmten an Weiberfastnacht die vom Stadtprinzenpaar angeführten Jecken mit großem Aufgebot in die erste Etage des Wattenscheider Rathauses – und trafen bei der Eroberung des Rathausschlüssels auf keinen Widerstand.

„Kampflos und ohne Geschrei“ übergibt Karlheinz Kayhs, stellvertretender Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, den Schlüssel an das Wattenscheider Stadtprinzenpaar Dieter I. (Harich) und Sabine I. (Knappe) und betont: „Ich weiß, hier ist er sicherlich gut aufgehoben.“ Widerstand war angesichts der geballten närrischen Übermacht eh nicht möglich. „Wir sind mit einer großen Armada ins Rathaus gezogen“, so Stadtprinzessin Sabine mit Blick auf den Tross, der sich auf der Treppe staut, unter anderem Prinzengarde und Gükage im Schottenkostüm, angeführt von Dudelsackspielerin Astrid Kern, gefolgt von den Gänsereitern aus Höntrop und Sevinghausen, auch der Hamsterclub und andere Vereine sind vertreten. Josef Najda, Präsident vom Festausschuss Wattenscheider Karneval, wünscht allen „tolle närrische Tage.“Die Oberhand hatten – wie soll es an Weiberfastnacht auch anders sein – natürlich die zahlreichen bunt kostümierten Frauengruppen. Fantasievoll die Verkleidungen, von Elfen über Blumenmädchen bis Piraten reicht die Palette. Im Handumdrehen nahmen die Karnevalisten die erste Rathausetage in Beschlag, kappen Männerschlips – unter anderem auch den von Bezirksbürgermeister Manfred Molszich – und sorgten für gute Stimmung im Behörden-Tempel. Rappelvoll war es mal wieder beim Sturm der „guten Stube“ – das hat schon Tradition in der Karnevalshochburg Wattenscheid.

Erneut war es rappelvoll

In den übrigen Amtsstuben ging der Rathausbetrieb wie gewohnt weiter. Und Heinz-Jürgen Thömmes, der als Leiter der Bezirksverwaltung sonst immer den Rathausschlüssel übergibt, weilte um 11.11 Uhr in Bochum, wo Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz die städtischen Führungsspitzen zur Besprechung eingeladen hatte.