International
24.03.2009 | 15:18 Uhr 2009-03-24T15:18:00+0100"Man sollte drei Sprachen sprechen: die eigene, Englisch und die eines Nachbarlandes.” Mit diesem Spruch hält es Martin Ruch, Leiter der Realschule Höntrop.
Dort werden nicht nur Englisch und Französisch als Fremdsprache gelehrt, die Schule ist auch in Sachen Schüleraustausch auf einem guten Weg zur Internationalität. Für ihr jahreslanges Engagement erhält sie im Mai eine Auszeichnung: das Europa-Banner der europäischen Union.
Angefangen hat es 1991 mit einer Partnerschule in Paris, später kam der Austausch mit dem Lyzeum Ogolnoksztalcace im polnischen Kielce hinzu. Außerdem nahm die Schule von 2001 bis 2004 am Comenius-Projekt zum Thema Migration teil. „Dabei ging es darum, welche Migrationserfahrungen es in Polen, Deutschland, Italien und Frankreich gibt”, erzählt Martin Ruch. „Die Schüler haben da über drei Jahre hinweg im Kleinen wissenschaftlich gearbeitet – das setzte doch ein gewisses Durchhaltevermögen für alle voraus.”
Damit nicht genug: Bereits zum siebten Mal nimmt die Schule am Sprachdiplom für Französisch DELF (Diplôme d'Etudes en Langue Française) teil – als eine von nur wenigen Realschulen unter lauter Gymnasien. „Angefangen haben wir 2002/2003 mit einem einzigen Schüler”, erklärt Lehrerin Christel Marose. Inzwischen sind's um die 30 Jugendliche, die das einzige vom französischen Erziehungsministerium anerkannte Diplom für Französisch als Fremdsprache ablegen.
Und seit die Partnerschaft mit der Pariser Schule ausgelaufen ist – „es gab dort einfach keine französischen Schüler mehr, die Deutsch lernen wollten” – organisiert die Schule für ihre Zehntklässler zumindest regelmäßige Fahrten in die französische Hauptstadt. „Mit einem sehr ausgereiften Programm”, betont Christel Marose. Und mit den achten Klassen geht es regelmäßig nach Belgien, „einfach um die Gelegenheit zu nutzen, die Sprache anzuwenden”.
Nach Polen fahren die Höntroper am Mittwoch: Nachdem die Partnerschaft mit dem Lyzeum Ogolnoksztalcace in Kielce eingeschlafen war, hatte Referendarin Joanna Sawko im vergangenen Jahr einen Austausch mit dem Gimnazjum Gminne im ermländischen Gietrzwaldzie initiiert. Im Januar waren die polnischen Schüler in Höntrop, nun starten die Realschüler zum Gegenbesuch.
Gemeinsame Sprache zwischen Polen und Deutschen ist zum größten Teil Englisch, aber „zurzeit haben wir an unserer Schule auch eine Polen-AG, in der die überlebensnotwendigen Vokabeln vermittelt werden”, sagt Schulleiter Martin Ruch. Folgt vielleicht demnächst Polnisch-Unterricht? „Bedarf wäre vorhanden”, sagt Ruch, „wenn man bedenkt, wie viele polnisch-stämmige Schüler wir haben . . .”
Und mit allem nicht genug: Jetzt wollen die Höntroper Realschüler sich auch ins englischsprachige Ausland wagen. „Wir haben eine junge Kollegin, die Erfahrung damit hat”, erklärt Ruch. Das ist wichtig, denn eines hat Ruch in seiner langjährigen Tätigkeit als Schulleiter feststellen müssen: „So etwas funktioniert nur über die persönliche Schiene, über Kontakte.”
Auch die deutsch-französischen Beziehungen, betont er, seien über eigene Kontakte aus den 1960er Jahren entstanden. Und als Realschule sei man „ziemlich einzigartig mit dem starken französisch-sprachigen Teil”, wie ihn normalerweise nur Gymnasien hätten. Aber, so der Schulleiter, „dieser stete Tropfen höhlt tatsächlich den Stein”.
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