Intensiver und kritischer Dialog
15.12.2009 | 17:40 Uhr 2009-12-15T17:40:00+0100Wattenscheid. Sein ganzes Leben sei so, wie dauernd zur Schule zu gehen, beschrieb Emmanuel Nah-shon seine bisherige Vita. Das war gestern an der Graf-Adolf-Straße tatsächlich durchaus räumlich zu verstehen: Der Gesandte des Staates Israel weilte als Gast in der Pestalozzi-Realschule.
Die pflegt bereits im zweiten Jahr einen Austausch mit Jugendlichen aus Israel und Palästina und war im November auch in Nahshons Heimat zu Gast (WAZ berichtete). Die musikalische Begrüßung durch das Schulorchester verwies in einem israelischen Volkslied zwar auch auf „viel Freude, die Sie hoffentlich bei uns finden”, sagte Schulleiterin Silvia Zens. Aber bereits bei den ersten Fragen der rund 100 Jugendlichen des zehnten Jahrgangs wurde deutlich, wie intensiv und kritisch sich die Realschüler auf eine Fragestunde mit dem Gesandten vorbereitet hatten.
Angst vor einem Krieg gespürt
Nahshon, seit August 2009 Gesandter seines Landes in der Bundesrepublik und zum ersten Mal zu Gast im Ruhrgebiet, ging ein auf die Ansichten der jungen Israel-Besucher, die bei ihrem Aufenthalt bei den Menschen Angst vor einem Krieg gespürt hatten. Der 48-Jährige verweigerte sich auch beim Thema Grenzmauer nicht. „Niemand mag diese Mauer, aber wir hatten keine andere Wahl”, verwies er auf Terrorangriffe. Warum es zwischen den palästinensischen Gebieten und Israel so große wirtschaftliche Kontraste gebe? „Wir waren auf unsere Selbstständigkeit besser vorbereitet. Die Palästinenser investieren nicht in sich selbst.”
Seine Einstellung zum Plan der Europäischen Union zu Jerusalem? Da vertrat der Gesandte eine sehr klare Position: „Die Europäer geben gerne Hinweise. Wir müssen unsere eigene Entscheidung treffen.” Welche Schritte gibt es für einen Friedensprozess? „Wir müssen das Vertrauen wieder re-installieren.”
Nahshon riet den Realschülern, sein Land nicht nur durch die Konfliktbrille Israel/Palästina zu sehen – und bewertete den Jugendaustausch mit dem Satz: „Ihr seid die Zukunft eurer Hoffnung.”
19:38
Und diese freche und dümmliche Propaganda des Israelis blieb unwidersprochen so stehen?
Wird Zeit, daß dort mal einer von Hamas und Hisbollah reden darf.
Ist doch in einer Demokratie so üblich oder?
Ach ne, das war ja nur bei der Volksherrschaft üblich mit Freier Rede und Gegenrede. Und die haben wir ja (noch) nicht...