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In einheitlichem Blau

07.11.2007 | 18:46 Uhr

Die Hälfte der Hauptschüler an der Voedestraße streift nach den Weihnachtsferien freiwillig T-Shirts im gleichen Look über. Lehrer, Eltern und Personal schließen sich dem Trend an

Anprobe. Der Begriff bekommt an der Hauptschule Mitte eine doppelte Bedeutung. "Wir probieren's einfach", bekräftigt Rektorin Ute Herbstreit den Entschluss von Schülern, Eltern, Lehrern und Personal, einheitliche Schulkleidung zu tragen. Um die 50 Prozent der insgesamt 560 Mädchen und Jungen an der Voedestraße wollen dabei mitmachen und haben entweder die komplette Kollektion oder zumindest Teile davon bestellt. Erster Probe-Tragetest ist vor den Weihnachtsferien.

Damit ist die Schule die erste in der Hellwegstadt, die sich für den gleichen Look entschieden hat. "Alles freiwillig", wie Ute Herbstreit und Anke Kiehl bekräftigen. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft hat den Kleidungsvorschlag vor gut einem Jahr in die Schule getragen, in vielen Gesprächsrunden wurden dazu während zahlreicher Informationsveranstaltungen Meinungsbilder geschaffen. Auch die Firma, die als Lieferant ausgeguckt wurde, stellte sich den Diskussionen mit den Schülern und präsentierte beim letzten Schulfest eine Musterkollektion zur Qualitätsprüfung.

"Zum Komplettpaket, das im Dezember geliefert wird, gehören drei T-Shirts, ein Polo-Shirt und ein Sweatshirt mit Kapuze, alles in navy-blau", schildert die Rektorin. Auf der Vorderseite prangt das neue Logo - ein Herbstreit-Entwurf - ein Rechteck in den Farben dunkel- und hellblau, grün, gelb, rot und pink mit den Buchstaben HSWM für "Hauptschule Wattenscheid Mitte". Die sechs Farben stehen für die sechs Jahrgänge an der Hauptschule Mitte. Die ganze Shirt-Palette kostet 59,50 Euro. Der Preis sei von einigen Eltern moniert worden, aber "das Fan-Trikot eines Fußballvereins ist wesentlich teurer", hält Anke Kiehl dagegen. Die sechsfache Mutter, die zwei Kinder an der Hauptschule hat, weiß, was es kostet, Jugendliche modisch zu kleiden.

"Es gab auch kritische Stimmen, die meinten, man solle die Hauptschule durch einheitliche Kleidung nicht zur Schau stellen", räumt Ute Herbstreit ein. Dem Argument, dadurch würden die Mädchen und Jungen "untypisch" entgegnet sie: "Persönlichkeit verbirgt sich nicht in der Kleidung." Man werde klein - also erst mit der Oberbekleidung - anfangen und dann abwarten. Eine Schülerfirma soll gegründet werden, die aus einem Lager an die verkauft, die sich später für den einheitlichen Dress entschließen sollten.

Dass Markenklamotten und das damit verbundene Mobbing an der Schule weiterhin heikle Themen sind, hat neulich ein Junge bitter erfahren müssen: Ihm wurde seine Jacke geraubt.

Von Rolf Schulte

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