In Bürokomplex zieht Leben ein

Tobias Hildebrandt (i-Solutions Health GmbH) und Immobilienverwalterin Selina Waldmann von der Firma Kompernaß auf der oberen Etage, der Empore, im Bürogebäude an der Lohrheidestraße.Fotos:Gero Helm
Tobias Hildebrandt (i-Solutions Health GmbH) und Immobilienverwalterin Selina Waldmann von der Firma Kompernaß auf der oberen Etage, der Empore, im Bürogebäude an der Lohrheidestraße.Fotos:Gero Helm
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ansiedlung des IT-Dienstleisters i-Solutions Health im alten Raab-Karcher-Haus an der Lohrheidestraße. VWT-Tanktechnik und B&O in direkter Nachbarschaft

Noch wird der Eingang an der Lohrheidestraße von einem großen blauen Container verstellt. Früher saß in dem fünfstöckigen Bürogebäude mal Raab Karcher, später die Phenomedia AG, die den Spielekracher „Moorhuhnjagd“ (1999) hervorgebracht hat. Danach „stand es ur-lange leer“, zumindest weitgehend, sagt Stephan Möller von der Firma Kompernaß an der Burgstraße. Das Unternehmen hat das Gebäude von einem niederländischen Investor gekauft.

Ab Juli soll dort wieder Leben einziehen: Arbeitsleben. Dann will der IT-Dienstleister fürs Gesundheitswesen i-Solutions Health GmbH, bislang an der Burgstraße, seinen regionalen Standort hierher verlegen.

150 Mitarbeiter sollen dann die knapp 3000 Quadratmeter Bürofläche bevölkern und von dort die Wünsche ihrer Kunden (Krankenhäuser, Labors und Radiologien) in Computer-Software überführen. Aktuell wird das Gebäude von 1989 saniert, die komplette Elektrik wird ausgetauscht. Und für die hohen Datenmengen, die im Haus hin- und hergeschickt werden müssen, sollen Glasfaserkabel kommen, die 100 Megabit pro Sekunde übertragen können.

Der geringfügig kleinere Standort soll Teppichboden bekommen, weiß abgesetzte Büromöbel aus Akazienholz und 50 Quadratmeter Pausenraum, beschreibt Tobias Hildebrandt von der i-Solutions die Zukunft der momentan noch nackten Räume. Hildebrandt ist eigentlich in Mannheim stationiert, weilt aber derzeit in Wattenscheid, um den Umzug von der Burgstraße an die Lohrheidestraße zu betreuen. Das neue Gebäude soll auch, so sagt er nicht ohne Stolz, einen „neuen Spirit“ vermitteln in dem Unternehmen, das sich 2014 von der Leverkusener Radiomed aus der US-amerikanischen Computer-Science-Corporation hat herauskaufen lassen und sich nun wieder als mittelständischer Betrieb versteht.

Nachdem klar war, dass der bisherige Vermieter den Sitz der i-Solutions an der Burgstraße veräußern wollte, hat sich Hildebrandt rund 20 Objekte angeschaut, sagt er, auch in Bochum, Essen und Dortmund. Fünf davon hätten gepasst, zwei davon in Bochum und Wattenscheid. Der Verbleib in Wattenscheid hat sich durchgesetzt, auch aus Rücksicht auf die Mitarbeiter.

Eine weitere Rolle spielte die Nachbarschaft: Als Kompernaß erfahren habe, dass i-Solutions einen neuen Sitz suchte, hätte sie Kontakt aufgenommen und man habe dann „zusammen gesucht“, sagt Stephan Möller, Leiter der Immobilienabteilung bei Kompernaß.

Weil die i-Solutions auch mit Patientendaten hantiert, wollte sie sich aus Datenschutzgründen nicht so gern ein Gebäude teilen. Eine kleine Immobilien-Rochade mit dem letzten verbleibenden Mieter an der Lohrheidestraße 3, der IT-Firma Hanic, wurde nötig. Deren Geschäftsführer Klaus Engel bestätigt: „Wir haben uns geeinigt.“ Und zwar einvernehmlich.

Der Gerätehersteller Kompernaß aus Wattenscheid, der seit 2007 verstärkt auf hiesiges Betongold setzt und zu dessen Portfolio z.B. auch das Europahaus am Bochumer Hauptbahnhof gehört, hat nicht nur den künftigen Sitz der i-Solutions Health GmbH gekauft. Auch die benachbarten Gebäude der VWT-Tanktechnik und B&O-Wohnungswirtschaft liegen auf den erworbenen drei Flurstücken.

Und hinten heraus – in Blickrichtung Holland-Turm – liegt noch der von Stephan Möller wegen seiner Größe „Fußballfeld“ genannte Parkplatz. Eine Nutzungsidee dafür wäre, dort Stellplätze für Wohnmobile o.ä. anzubieten.