Impfbereitschaft steigt
11.11.2009 | 17:22 Uhr 2009-11-11T17:22:00+0100
Wattenscheid. Nach anfänglicher Impfmüdigkeit ist die Stimmung offenbar umgeschlagen: Immer mehr Menschen wollen sich gegen die so genannte Schweinegrippe impfen lassen. „Das Interesse ist sprunghaft gestiegen”, bestätigt Dr. Stefan Janssen.
Der Internist ist einer von zurzeit 15 niedergelassenen Ärzten in Wattenscheid, die gegen die Neue Grippe impfen. "Seit letzter Woche mache ich kaum noch etwas anderes", erklärt er.
Ähnlich sieht es bei Dr. Brigitta Becker aus: „Den Praxisbetrieb normal laufen zu lassen, ist zurzeit gar nicht möglich. Was meine Helferinnen leisten, ist fast schon übermenschlich.” Die Kinder- und Jugendärztin hat die Impftermine extra auf den Mittwochnachmittag gelegt, kommt aber mit der Arbeit kaum noch nach. „Viele lassen sich noch einmal extra beraten.” Die anfängliche Panik habe sich aber mittlerweile gelegt: „Durch viel, viel Aufklärungsarbeit.”
Schweinegrippe ist hoch ansteckend
Bedrohlich, erklärt Dr. Brigitta Becker, sei die Neue Grippe nur für Menschen mit Vorerkrankungen. Dennoch rät sie auch Lehrern, Kindergartenpersonal und allen, die beruflich viel mit Menschen zusammen kommen, zur Impfung – weil sie das Virus weitertragen können. „Man muss nicht zwangsläufig selbst erkranken, aber man kann andere anstecken.” Denn die Schweinegrippe sei hoch ansteckend und breite sich schnell aus.
In der raschen Ausbreitung der Erkrankung sieht Dr. Michael Rosenkranz einen Grund für die zunehmende Impfbereitschaft. „Dadurch haben viele Leute doch gemerkt, dass die Impfung sinnvoll ist”, erklärt der Allgemeinmediziner, der ebenfalls gegen die Neue Grippe impft. Mittlerweile, weiß Dr. Rosenkranz, sei der Impfstoff bereits knapp geworden: „Der Ansturm ist wohl größer, als die Industrie erwartet hatte. Wir sind allerdings noch gut mit Impfstoff versorgt.”
Impfnachfrage bei Klinikpersonal sehr verhalten
Eine „deutlich gestiegene Impfwilligkeit” hat auch die Internistin Dr. Susanne Jaresch festgestellt. „Wir haben viele Anfragen, und das scheint sich noch zu steigern.” Die Rheumatologin impft allerdings nur ihre Bestandspatienten und deren Angehörige. „Anders geht das in unserer Praxis schon rein organisatorisch nicht.”
Deutlich weniger impfwillig als die „normale” Bevölkerung sind offenbar die Angestellten in Kliniken. „Die Nachfrage ist im Moment sehr verhalten”, erklärt Diplom-Kaufmann Jürgen Kannemann, Verwaltungsleiter im Martin-Luther-Krankenhaus. Von rund 550 Mitarbeitern hätten sich erst neun impfen lassen; fünf stünden auf der Warteliste. Wahrscheinlich wisse das Personal über den ja noch ungetesteten Impfstoff besser Bescheid als der Normalbürger, mutmaßt Kannemann.
Wer das Schweinegrippevirus trägt, das sagt Kinderärztin Dr. Brigitta Becker ganz deutlich, muss nicht zwangsläufig erkranken. Aber er kann das Virus übertragen und andere anstecken.
Zwar verläuft die Neue Grippe in vielen Fällen harmlos, doch für Menschen, die bereits eine Vorerkrankung haben, kann sie gefährlich werden. Genau aus diesem Grund wird zur Impfung geraten.
Doch dieser Appell verhallt offenbar gerade bei jenen ungehört, die es besser wissen müssten: beim Klinikpersonal. Gerade Ärzte und Krankenpfleger kommen tagtäglich mit Vorerkrankten zusammen, für die eine Infektion lebensbedrohlich sein könnte. Deshalb läuft jeder nicht geimpfte Arzt Gefahr, Patienten nicht zu heilen, sondern krank zu machen. Die Impfmüdigkeit des Klinikpersonals ist vor allem eines: verantwortungslos!
„Andererseits besteht natürlich das Risiko erhöhter Mitarbeiterausfälle”, gibt er zu bedenken. „Wir haben die Impfung angeboten und empfohlen – aber es ist natürlich die freie Entscheidung des Mitarbeiters, ob er sich impfen lässt oder nicht.”
„Wir haben allen Mitarbeitern die Impfung angeboten”, sagt auch Thomas Drathen, Geschäftsführer des Marienhospitals. Am Donnerstag sei eine Ärztin für die Impfung vor Ort, aber bislang hätten sich erst rund 50 von mehr als 200 Mitarbeitern angemeldet. Bei der Impfung gegen die saisonale Influenza sei die Resonanz höher gewesen, „aber vielleicht lassen sich doch noch einige spontan impfen, nachdem die Infektionsrate in Deutschland gestiegen ist”.
00:55
Immer mehr Menschen wollen sich gegen die so genannte Schweinegrippe impfen lassen.
Ach ja? Das widerspricht total meinen persönlichen Erfahrungen. Merkwürdig, daß bei sowas immer absolute Zahlen fehlen.
Die Mehrheit der insb. gebildeten Menschen mißtraut dieser Panikkamopagne, und einfache menschen spüren, daß da was Faul ist. Dem RKI / PEI glaube ich kein Wort mehr, und diesen vermeintlichen Lieferengpaß glaube ich auch nicht. Ein ordinärer Marketing-Trick. Die sitzen auf ihrem Impfzeug wie auf sauer Bier, das darf aber keiner wissen. Wieviele Tonnen Tamiflu lagern denn in den Sondermülldepots? Gerne in absoluten Zahlen.
15:10
@ tomsi234
warum soll eine Impfpflicht fürs Krankenhauspersonal geben, vielmehr würde ich mich fragen, warum gerade dieser Personenkreis sich nicht impfen lässt.. Der Quecksilber Anteil in dem Impfstoff ist auch fürs Personal nicht gerade verträglicher.
Ich finde die Aussage von Fr. Dr. Becker skandalös, klar ist, dass es ein erhöhtes Risiko in Kliniken gibt, aber bei den Hygienischen standarts dürfte eine Übertragung ja wohl nicht so hoch sein, als würde ich bei Aldi, Lidl und co einkaufen gehen. Im Jahr sterben Jährlich 20.000 Menschen in Deutschland an der normalen Influenza, großzügig gerechnet mit 340 Tagen im Jahr wären es 10 Menschen pro Tag. Das steht ja wohl in keiner relation zu den Menschen die sterben, die zusätzlich den Schweinegrippe virus haben. Es kann nicht angehen, dass ein Medikament in Deutschland ca 5 Jahre braucht, um zugelassen zu werden. Dieser Impfstoff wurde für mich nicht genug getestet und ich lasse mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen. Für mich liegt es daran, dass die Menschen sich nicht genug die Hände waschen und desinfektions Mittel benutzen. Wer kann mir Garantieren, dass ich keine Spätfolgen davon trage, wenn ich mich Impfen lasse. Und was ist mit den Toten, die nach der Impfe verstorben sind, von denen spricht leider keiner. Es mag daran liegen, dass es in den Nördlichen Ländern passiert ist.
20:01
Für Personal in Kliniken, Altenheimen und anderen Instituten müsste das Impfen zur Pflicht gemacht werden.