Im Anbau den Alltag aktivieren
15.02.2012 | 19:07 Uhr 2012-02-15T19:07:00+0100
Wattenscheid.Der Wattenscheider wird immer älter. Bereits heute sind von insgesamt 21 493 Menschen, die in Mitte leben, 5902 Einwohner über 60 Jahre alt – Tendenz steigend. Doch die vergreisende Gesellschaft bringt Probleme mit sich. Immer mehr Senioren werden mit den Jahren pflegebedürftig, können ihren Alltag nicht allein bewältigen und erleiden Alterskrankheiten. Damit gehen neue, höhere Ansprüche an die Krankenhäuser vor Ort einher, denen das Marien-Hospital mit dem Erweiterungsbau Rechnung trägt.
Blick in die Zukunft
Die offizielle Eröffnungsfeier findet am 2. März statt, schon jetzt lassen die neuen Räumlichkeiten darauf schließen, dass sich die Einrichtung an der Parkstraße einiges für die Zukunft vorgenommen hat: Auf rund 5000 Quadratmetern erfolgte seit September 2010 der Ausbau. In die dabei entstandenen Kapazitäten ziehen eine Wahlleistungs-Station, eine Erweiterung der Reha-Abteilung sowie diverse Funktionsräume ein. 40 Parkplätze im Außenbereich runden die Maßnahmen ab, für die das Marien-Hospital insgesamt fünf Millionen Euro investiert hat.
Zum Hintergrund: Die Qualitäten des geriatrischen Zentrums gelten als überregional bekannt in den zuständigen Fachkreisen. Um diesem Standard weiterhin gerecht zu werden, hatte der Aufsichtsrat des Krankenhauses im Jahr 2010 grünes Licht für den Bau des neuen Gebäudes gegeben. Vor allem deswegen, weil die Klinik einen Feststellungsbescheid für eine vierzigprozentige Erweiterung der Akut-Geriatrie erhalten hat.
Die Patienten kommen nicht nur aus der Hellwegstadt, das Renommee hat sich herumgesprochen: „Die Nachfrage ist aus dem gesamten Ruhrgebiet sehr groß und wird auch so bleiben. Daher wird sich das Haus sicher noch weiter entwickeln“, kündigt der Ärztliche Direktor, Dr. Heinrich-Walter Greuel, bereits an. Zunächst blickt er jedoch zufrieden auf das, was schon erreicht wurde.
Patienten, Vorhänge und Bilder fehlen noch, die Bauarbeiten sind kurz vor der Eröffnung so gut wie abgeschlossen. Das Konzept ist sichtbar. „Es ging uns darum, eine Atmosphäre wie im Hotel zu erzeugen, in der man aber auch praktisch gut arbeiten kann“, schildert Greuel. Dazu gehört, dass der breite Flur der Wahlleistungs-Station in einer Art Lobby mündet und die Patienten nicht allein in ihrem Zimmer speisen, sondern gemeinsam in einem „Restaurant“ die Mahlzeiten einnehmen.
„Essen ist äußerst wichtig. Schließlich bleiben Patienten bei uns im Durchschnitt für drei Wochen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Drathen. Es gilt, den Alltag im Krankenhaus aktivierend und rehabilitierend zu gestalten.
So kann das Marien-Hospital das gesellschaftliche Problem der Überalterung zwar nicht heilen, aber mit den strukturellen Entwicklungen zumindest ein Stück weit zur Linderung beitragen.
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