Hitze macht den Älteren zu schaffen

Wasser hilft, die Hitze besser zu überstehen. Also trinken, trinken, trinken.Foto:Ralf Rottmann
Wasser hilft, die Hitze besser zu überstehen. Also trinken, trinken, trinken.Foto:Ralf Rottmann
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Vor allem betagte Menschen trinken zu wenig. Kreislaufkollaps oder Dehydrierung sind die Folgen. Mehr Rettungswageneinsätze der Feuerwehr

Wattenscheid..  Trinken, trinken, trinken – ist das Gebot dieser heißen Tage. Allerdings Wasser oder kalten Tee und nicht unbedingt viel Alkohol. In diesen heißen Tagen fährt der Rettungswagen der Feuerwehr vermehrt Einsätze, wird gerufen, weil Menschen umkippen, die Hitze nicht aushalten. Gründe sind zumeist ein Kreislaufkollaps oder Dehydrierung. Wehr-Sprecher Stefan Nowak auf WAZ-Nachfrage: „Besonders den älteren Menschen macht das Wetter richtig zu schaffen. Viele Senioren trinken zu wenig.“

In den vergangenen Tagen, besonders gestern, verbuchte die Feuerwehr mehr Einsätze als normalerweise. „Wenn auch nicht so viel wie an Silvester“, sagt Nowak. Doch gingen die meisten Menschen vernünftig mit der Hitze um, würden keine Marathonläufe unternehmen und sich nicht überanstrengen. Für das seit gestern laufende Musik-Spektakel „Bochum total“ allerdings hat die Feuerwehr im Lager der Hauptwache aufgerüstet, mehr medizinische Produkte oder kühlende Packs vorrätig als sonst.

Erfrischung für die Patienten

Das Marien-Hospital als die Geriatrie in Wattenscheid verzeichnet seit gestern mehr Einweisungen. Pressereferentin Annette Wenzig: „Wir haben keine Notaufnahme. Doch bringen andere Krankenhäuser Patienten mit dem Krankenwagen, eben alte Menschen, zu uns, die dehydriert sind oder kurz vor dem Kollaps stehen.“ Viele Senioren würden es schon an normalen Tagen nicht schaffen, die ausreichende Menge Flüssigkeit zu sich zu nehmen, was sich jetzt bei der Hitze dann entsprechend auswirke. Wenzig: „Unser Pflegepersonal führt den Patienten vermehrt Flüssigkeit zu, wenn es sein muss auch Infusionen.“ Verstärkt würden Thrombose-Prophylaxen durchgeführt, da wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr das Blut noch dickflüssiger werde. Annette Wenzig: „Unsere Pflege versucht, durch kühle Einreibungen und Fußbäder sowie dünne Bettlaken als Decken den Menschen Erleichterung zu verschaffen.“ Auch bei den Therapien, die im Hause stattfinden, lasse man es langsamer gehen. Auf die Frage, wie es jetzt den aufgrund des Ramadan fastenden Muslime gesundheitlich gehe, sagt die Pressereferentin, dass die „alten, kranken Menschen nicht fasten müssen.“

Das Martin-Luther-Krankenhaus hat ebenfalls bis gestern nicht speziell wetterbedingte Einlieferungen registriert. Laut Chefärztin Dr. Ute Schwegler (Innere Medizin/Gastroenterologie) „rechnen wir aber jetzt mit deutlich mehr Notfällen, die zu uns gebracht werden. Und damit auch mit Muslime, die den Ramadan einhalten wollen.“