Gleiserneuerung bremst S-Bahn

Der Bahnübergang Ginsterweg ist gesperrt.
Der Bahnübergang Ginsterweg ist gesperrt.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.. Ab dem 10. August soll die S-Bahn zwischen Essen-Steele und Bochum Hauptbahnhof wieder wie gewohnt fahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Gleiserneuerungsarbeiten voll im Zeitplan. Seit Wochen sind Busse als Schienenersatzverkehr für die S1 im Einsatz, sie steuern auch den Bahnhof Höntrop an.

Die Arbeiten im Essener (1,7 Kilometer) und im acht Kilometer langen Wattenscheider Gleisbereich sind bereits seit geraumer Zeit im Gange; dazu wurde auch der Bahnübergang Ginsterweg in Höntrop gesperrt. Der Bahnübergang Stalleickenweg ist laut Bahn ab dem 24. Juli dicht. Heute starten die Arbeiten auf dem Bochumer Teilstück (rund 1,7 Kilometer). Die Deutsche Bahn investiert in diese Erneuerung insgesamt rund elf Millionen Euro.

54 000 Tonnen Schotter

Dabei werden Schienen, Schotter und teilweise auch der Untergrund erneuert bzw. aufbereitet. 22 700 Holzschwellen werden durch Betonteile ersetzt; an der Brücke in Höntrop liegen die Schienen auf rund neun Metern Länge künftig auf Stahlschwellen, was laut Bahn den Zuglärm um bis zu fünf Dezibel senkt. Zum Materialtransport werden Rangierzüge mit zahlreichen Wagen eingesetzt, was etwa 1300 Lkw-Fahrten erspart – es geht um 54 000 Tonnen Schotter und 16 000 Kubikmeter Boden. Aufbereitet wird der Schotter in einer mobilen Recyclinganlage, die das Unternehmen Vereinigte Schotterwerke (ein Firmenstandort ist Bochum) in Essen-Huttrop aufgebaut hat; fast 60 Prozent (rund 30 000 Tonnen Schotter) können dann auf der Gleisbaustelle wiederverwendet werden – was die gesamte Aktion laut Bahn deutlich umweltverträglicher macht.

Um schnell voran zu kommen, wird auch nachts gearbeitet. „Wir bitten die Anwohner um Verständnis“, so Rüdiger Dach von der DB-Bauüberwachung.

Logistisch ist alles ein mächtiger Aufwand. Die Instandsetzung wurde von langer Hand geplant und ist notwendig, da Gleise, Schwellen und auch der Schotter aus Sicherheitsgründen nach 35 Jahren einfach gewechselt werden müssen. „Die haben ihren Dienst getan“, erklärt Rüdiger Dach. Bewusst wurden dazu die Sommerferien gewählt, da derzeit keine Schüler und weit weniger Pendler die Strecke nutzen. Gleichwohl: Wegen der gleichzeitigen A 40-Sperrung wälzt sich eine Lawine Autos via Wattenscheid nach Essen, und in diesen Staus kommen auch die Ersatzbusse nur langsam voran. Ein Umstand, den man beobachten wird, um im Bedarfsfall auch reagieren zu können.