Gemeinde zieht in ihr neues Zentrum ein

Die Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid zieht von der Friedenskirche zum Gemeindezentrum Alte Kirche und bringt Kreuz und Bibel aus dem Ludwig-Steil-Haus mit.
Die Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid zieht von der Friedenskirche zum Gemeindezentrum Alte Kirche und bringt Kreuz und Bibel aus dem Ludwig-Steil-Haus mit.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Evangelische Kirche WAT eröffnet Gebäudekomplex am Alten Markt, der als „architektonisches Glaubensbekenntnis“ ein Ort der Begegnung sein soll

Wattenscheid..  Schon vor rund 300 Jahren hat es Pläne gegeben, den Hauptzugang der Alten Kirche, gegenüber des Alten Markts, auszubauen. Die ursprünglichen Pläne wurden nun mit dem neuen Gemeindezentrum zwar nicht realisiert, „aber mit dem Foyer des Zentrums, von dem aus man in naher Zukunft in die Alte Kirche gehen kann, haben wir den alten Bauplan auf moderne Weise realisiert“, sagte Pfarrer Frank Dressler gestern bei der Eröffnung. Mit einem Gottesdienst, der in der Friedenskirche begann und von dort aus über vier Stationen (Alter Markt, Grundstücksgrenze, Tür des Gemeindezentrums und Foyer) in den Saal des Zentrums ging, wo er endete, feierte die Gemeinde die Einweihung ihrer neue Stätte.

Große Neugier auf den neuen Gebäudekomplex führte Interessierte auch über die Gemeindegrenzen hinweg zur Eröffnung des Neubaus, den Pfarrer Dressler als „architektonisches Glaubensbekenntnis“ bezeichnete. Zu diesem Glaubensbekenntnis gehöre, dass das Foyer zu drei Seiten hin offen ist. Zum Alten Markt hin, weil das Gemeindezentrum eine Anlaufstelle für die Menschen sein möchte, zur Alten Kirche hin und zum Saal des Gemeindezentrums, der ein zentraler Ort evangelischen Lebens in Wattenscheid werden soll, führte Dressler fort. Ab der kommenden Woche werden in diesem lichtdurchfluteten und durch die großen Glasfassaden sehr offen wirkenden Raum sonntags um 11 Uhr die regulären Gottesdienste stattfinden.

Einige Restarbeiten stehen allerdings noch an. Neben dem Zugang zur Alten Kirche müssen vor allem die mehr als 600 Quadratmeter großen Außenflächen noch fertiggestellt werden. „Für den Innenhof ist geplant, den Boden mit Kies zu bedecken und Sitzgelegenheiten anzubieten, so dass dort ein Ort entsteht, der im Sommer dazu einlädt, zur Ruhe zu kommen. Außerdem soll es auch einen Bereich für Kinder geben“, berichtet Dressler. Auch in der Alten Kirche selbst dauern die Bauarbeiten noch etwas an. Der Pfarrer hofft, dass sie um Ostern herum abgeschlossen sein werden. Insgesamt zeigt er sich aber optimistisch: „Der Bau der Alten Kirche hat mehr als 90 Jahre gedauert. So viel Zeit werden wir keinesfalls mehr benötigen bis alles fertiggestellt ist.“

Mit der Eröffnung des Gemeindezentrums wurde das Ludwig-Steil-Haus nun endgültig geschlossen. Die sakralen Gegenstände von dort haben inzwischen im Saal des Gemeindezentrums einen neuen Platz gefunden. Was mit dem Bau an sich passiert, ist allerdings weiterhin unklar. „Wir befinden uns noch in der Vermarktungsphase und sind mit der Stadt und der Denkmalbehörde im Gespräch. Das Besondere an unserer Situation ist, dass wir die erste Gemeinde in der gesamten Landeskirche sind, die ein solches Problem lösen muss“, so Dressler.