Gala dient dem guten Zweck

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Was wir bereits wissen
Die Kolpingsfamilie Höntrop gestaltete den 26. Benefiz-Karneval.Erlöse gehen an die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum.

Wattenscheid.. Karneval, das heißt bei Kolping Höntrop nicht nur feiern. Seinem sozialen Anspruch wird der Gesellenverein auch in der fünften Jahreszeit gerecht, so vor allem mit der Benefiz-Gala, die am vergangenen Freitag im Kolpinghaus am Wattenscheider Hellweg über die Bühne ging.

„Adolph Kolping ist Erbe und Auftrag zugleich. Dank seines Vorbilds ist Kolping in Höntrop eine Bewegung, die die Nöte der Zeit erkennt und am Puls der Zeit handelt. Das war auch schon ein Motto Kolpings, als er nach Antworten auf die sozialen Fragen seiner Zeit suchte – und gilt heute noch für uns alle“, betont Hans-Josef Winkler aus dem Leitungsteam der Gruppe.

Therapie mit Musik

So ist der Veranstaltungs-Erlös in diesem Jahr für die Finanzierung von Instrumenten bestimmt, die in der Musiktherapie mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen eingesetzt werden. Diese Kinder und Jugendlichen sind nicht volljährig, mussten allerdings ohne sorgeberechtigte Begleitung aus ihrer Heimat fliehen. Oft haben sie ihre Angehörigen im Krieg verloren, oder wurden auf der Flucht voneinander getrennt. Aus Afghanistan, Pakistan, Syrien oder Somalia in Deutschland angekommen, müssen sich die Flüchtlinge mit einer neuen Sprache, einer neuen Kultur, einer neuen Umgebung auseinandersetzen – obwohl sie sich nicht selten in einer akuten Trauerphase befinden. In der Therapie- und Beratungsarbeit haben sich nonverbale Verfahren als hilfreich erwiesen. Und genau da setzt die Musiktherapie an.

Kurzfristig plant daher die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum, das musiktherapeutische Gruppenangebot für unbegleitete Minderjährige auszubauen. Mit den Spenden der Gala will die Kolpingsfamilie Höntrop zur Realisierung des Projekts beitragen. „In diesem Rahmen bedarf es der Anschaffung einiger Instrumente, der Ausstattung eines Raums wie auch Honoraraufwendungen für eine externe Musiktherapeutin. Die Maßnahme befindet sich in der Vorbereitung und wird wohl im April starten“, schildert Winkler.

Umso besser für die Jecken in Höntrop, dass sich dieser ernsthafte Hintergrund und Spaß nicht ausschließen. Denn auch in der Gala war ordentlich Musik drin. Vor ausverkauftem Haus führte Präsident Joachim Ridder gewohnt souverän durchs Programm: Nach Einmarsch von Funkenmariechen mit Tanz von Carolin, Standarte, Elferrat und – besonders putzig – Kükengarde gingen die „Eisbrecher“ ihrem Namen nach. Es folgten Auftritte der Großen und der Jugendgarde. In der Bütt: Michael Timpert, Petra Hohrath, Silvia Wienert, Stefan Weyers und Franz-Josef Wienert. Zahlreiche Vereine aus dem FWK und das Stadtprinzenpaar waren traditionsgemäß zu Gast im Kolpinghaus. Natürlich nicht, ohne ein Kuvert für den guten Zweck zu hinterlassen.