Frust und Frost
30.03.2010 | 19:37 Uhr 2010-03-30T19:37:00+0200
Wattenscheid.Vor dem strengen Frost gab’s langen Frust, und momentan sieht die Situation im Vogelpark des Stadtgartens immer noch nicht nach eitel Sonnenschein aus.
Seit gut zwei Jahren steht dort der Umbau von teilweise Jahrzehnten alten und längst baufälligen Volieren an, aber das Sanierungskonzept ließ sich nur schrittweise umsetzen. Im vergangenen Jahr tauchte der Vogelpark dann auch noch auf der „Tränenliste“ der kommunalen Verwaltung auf – wieder verstrichen Wochen, bis das Streich-Thema nach massiven Protesten von Bezirksvertretern wieder fallen gelassen wurde. 27 000 Euro waren dafür im Jahr 2008 veranschlagt worden, weitere 29 000 für 2009.
Aber auch der im Herbst vergangenen Jahres zuletzt vom Umwelt- und Grünflächenamt genannte Bezugstermin „vor Ostern“ lässt sich nicht halten. „Durch den langen Winter sind wir mindestens vier Wochen in Verzug“, beschreibt André Mackowiak (53), zuständig für die Bauausführung in der beliebten „grünen Lunge“ der Hellwegstadt.
Auch die Sonnenstrahlen der beiden vergangenen Tage haben die Situation in den Neubauten nicht grundlegend verbessern können; der Boden der Vogel-Behausungen ähnelt eher tiefen Schlammlöchern als einem begehbaren Untergrund. Eine Woche trockenes Wetter sei schon notwendig. „Sonst brauchen wir gar nicht erst anzufangen.“
Immerhin kann Mackowiak schon mal in der Theorie beschreiben, wie sich der Vogelpark nach seiner Sanierung den Besuchern präsentieren wird: „Statt einer zunächst groß geplanten Voliere haben wir uns doch für zwei kleinere Varianten entschieden.“
In einer davon sollten eigentlich die Zierfasane einziehen, die bis in den Winter hinein im früheren Ziegengehege untergebracht waren. Dort hat dann aber ein Marder zugebissen und mindestens zehn Fasane vom Leben zum Tod befördert, dazu auch noch ein paar Tauben. „Der Marder ist leider nicht gefangen worden“, weiß André Mackowiak über die erfolglose „Fahndung“ nach dem voll gefressenen Übeltäter.
Aber es ist Rettung in Sicht: Der Bochumer Tierpark wird mit neuen Fasanen-Pärchen aushelfen; vielleicht auch noch mit Tauben, Hühnern Enten und „Kittas“, einer Elsternart.
Apropos Pärchen: Die Waldkäuze brüten zur Zeit, die Uhus dagegen nicht, und auch die Störche haben (mal wieder) kein Nest gebaut. „Das ist keine richtige Partnerliebe“, meint Tierpfleger Sascha Scharenberg in seiner fast vierjährigen Tätigkeit im Stadtgarten erkannt zu haben.
Partnerschaftliches Miteinander erhofft sich das Umwelt- und Grünflächenamt noch vom Technischen Hilfswerk, damit über die neuen Käfig-Umzäunungen noch solide Netze als Dächer gespannt werden können. Dann folgt die Modellierung des Geländes, bevor die neuen gefiederten Bewohner im Stadtgarten angesiedelt werden können. Mackowiak sieht Licht am Ende des langen Umbau-Tunnels: „Ende Mai, Anfang Juni sind wir dann soweit.“
21:08
Wenn man sich mal das Gehege der Störche genauer anguckt, wüßte ich nur zu gerne ,womit die Störche sich auch ein Nest bauen sollten ? Vielleicht würden da 1 - 2 Stöckchen schon etwas helfen !