Fröhliche Gemeinschaft
15.07.2011 | 15:29 Uhr 2011-07-15T15:29:00+0200
Wattenscheid.Es war ein Fest, wie man es sich zu einem solchen Anlass vorstellt: Vor 35 Jahren wurde der „Treffpunkt für Menschen mit Behinderungen“ gegründet, nun feierte die Gruppe im Stammhaus Hölscher ihren Geburtstag. Dazu hatten die 40 Mitglieder auch ihre Eltern, Verwandten und Freunde eingeladen.
Doch nicht nur das Jubiläum ist ein Anlass zur Freude, diese steht grundsätzlich im Mittelpunkt der Gruppentreffen, die wöchentlich im Ludwig-Steil-Haus stattfinden. „Das ist nämlich genau das, worum es bei uns geht. Wenn wir zusammenkommen kann jeder so sein, wie er ist und wird auch so akzeptiert“, schildert Leiterin Gabi Choryan das Konzept.
Und es geht auf. Mit Spielen, Basteln, Tanzen und Kickern vergehen für die meisten der Treffpunkt-Besucher die zwei Stunden am Donnerstag gewöhnlich viel zu schnell. „Es ist immer schön zu sehen, wie wir uns dann schon bei der Verabschiedung auf die kommende Woche freuen“, berichtet die 49-Jährige.
Daneben gibt es natürlich noch die Highlights. Ausflüge über das Wochenende gehören genauso mit zum Programm. In diesem Jahr unternimmt der Treff eine Schifffahrt, viel Spaß bereiten den Teilnehmern regelmäßig der Karneval und das Nikolausfest. „Nicht zu vergessen die Theateraufführung, die wir zum Gemeindefest 2010 in der Ludwig-Steil-Straße erarbeitet haben“, ergänzt die ehrenamtliche Helferin.
Ihre Gäste, alle im Alter zwischen 20 und 60 Jahren, sind größtenteils Bewohner der Lebenshilfe Wattenscheid Sommerdelle oder des Wohnheims an der Wasserstraße. Einige, die noch zu Hause wohnen, werden von ihren Eltern zum Treffpunkt gebracht. Doch es ist egal, wo jemand herkommt, in der Gruppe wachsen Einzelne schnell in die Gemeinschaft.
Gabi Choryan ist daran nicht ganz unbeteiligt. Vor zwölf Jahren hat sie die Verantwortung von Bernd Zycholl übernommen, nicht erst von diesem Zeitpunkt an liegen ihr die Schützlinge aus der Runde am Herzen. „Mein Bruder hat selbst eine geistige Behinderung. Von daher war es schnell klar, dass ich mich hier engagiere, als ich angesprochen wurde.“ Das mussten auch ihre Arbeitgeber akzeptieren. Früher war Choryan bei Steilmann beschäftigt, mittlerweile im Franz-Sales-Haus als Sozialhelferin. „Da mache ich gerne mal die eine oder andere Überstunde, Hauptsache, ich habe den Donnerstagnachmittag frei.“
Wobei sie sich freut, die Arbeit mit dem Treffpunkt nicht allein zu tragen. Elke Kasse, Carola Szuba sowie ihr Mann Dirk unterstützen Gabi Choryan dabei, ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen. „Ich möchte die Menschen mit geistiger Behinderung in ihrem Bestreben, gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen, unterstützen.“ Wobei sie gleichzeitig betont, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung größer geworden sei. Und darauf könne man auch in den nächsten 35 Jahren aufbauen.
Nachdem sich einige junge Helfer aus beruflichen Gründen von der Gruppe verabschiedet haben, wünschen sich Gabi Choryan und ihr Team neue, tatkräftige Unterstützung. Interessenten, egal welchen Alters, können sich gerne unter der Rufnummer 15 539 an die Leiterin wenden.
Der Treffpunkt findet jeweils donnerstags zwischen 17.15 und 19.15 Uhr im Ludwig-Steil-Haus statt.
21:25
Gabi mach weiter so, so kenne ich dich und so schätze ich dich. Ehrenamt ist das beste Amt.
18:24
Toller Bericht, sehr empathisch geschrieben. Und Hut ab, vor diesem Engagement. Die ev. Kirchengemeinde schätzt sich bestimmt glücklich, zu diesem Miteinander beizutragen.
Ich empfinde es als selbstverständlich Menschen mit Behinderungen in unserem alltäglichen Leben zu akzeptieren.
Bemerkenswert finde ich dieses konstante Ehrenamt. Bitte, nie aufgeben!!!!!!!!!!!!!!