Friedensnobelpreisträgerin auf Schulbesuch
27.02.2009 | 13:44 Uhr 2009-02-27T13:44:00+0100
Die iranische Menschenrechtlerin und Rechtsanwältin Dr. Shirin Ebadi sprach in der Pestalozzi Realschule unter anderem über Gerechtigkeit und darüber, welche Wünsche sie für die iranische Gesellschaft hat.
Ganz besonderen Besuch hatten am heutigen Freitag die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi Realschule: Dr. Shirin Ebadi, iranische Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2003 kam zu einem Workshop an die Graf-Adolf-Straße.
Rund zwei Stunden lang beantwortete die Friedensnobelpreisträgerin die Fragen der Schüler. Es ging um das Bild vom Iran in Europa, um das Verhältnis zwischen den Weltreligionen, um den Alltag im Leben einer engagierten Rechtsanwältin - vor allem aber ging es um die Themen, die Shirin Ebadi seit ihrer frühen Jugend beschäftigen: um Gerechtigkeit und Menschenrechte.
Zum Abschluss der Runde stellten die Schüler ihr die Frage, wie sie sich eine Gesellschaft wünschen würde. Ihre Antwort spiegelte das wieder, wofür sie sich seit den 70er Jahren in ihrem Land einsetzt: „Ich wünsche mir eine Gesellschaft in der jeder frei ist.“ Alle Mitglieder einer Gesellschaft sollten Religions- und Redefreiheit genießen, es sollte keine Diskriminierung geben, eine demokratische Regierung und ein Wirtschaftssystem, das dafür sorgt, dass der Abstand zwischen Arm und Reich sehr klein ist.
Eingebettet war der Besuch Ebadis in das Projekt „Herausforderung Zukunft“. Das Projekt ist im Juni 2007 in Bochum unter Schirmherrschaft der Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu, Israels Staatspräsident Shimon Peres und Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz gegründet worden und hat unter anderem die gleichnamige Konferenz in der Jahrhunderthalle organisiert, an der Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Farah Diba oder Carlos Santana teilgenommen haben. Außerdem hat das Projekt den Dalai Lama zu einem Besuch nach Wattenscheid gebracht.
Der Workshop Ebadis war zugleich der Auftakt zu einer Reihe von Schulveranstaltungen in Bochum und Wattenscheid. Sechs Partnerschulen hat sich das Projekt ins Boot geholt, um Schüler mit mit ausgewählten Experten und besonderen Persönlichkeiten in Kontakt zu bringen. Außer der Pestalozzi-Realschule stellt sich in Wattenscheid die Märkische Schule der „Herausforderung Zukunft.“