Flüchtlinge ziehen zur Voedestraße

In das Sechs-Familien-Haus an der Voedestraße 58 ziehen in etwa drei Wochen 48 Hilfe suchende Menschen ein.
In das Sechs-Familien-Haus an der Voedestraße 58 ziehen in etwa drei Wochen 48 Hilfe suchende Menschen ein.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Haus befindet sich in städtischem Eigentum. Einzug von 48 Menschen in etwa drei Wochen. Sechs-Familien-Haus muss noch saniert und hergerichtet werden

Wattenscheid..  Die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge in Bochum und damit in Wattenscheid steigt weiterhin dramatisch an. Laut Ute Bogucki, Amts- und Institutsleiterin Soziales und Wohnen, werden in den nächsten drei Wochen 48 Flüchtlinge in das freistehende Sechs-Familien-Haus an der Voedestraße 58, links neben der Liselotte Rauner-Schule, einziehen. Dieses Haus hat die Stadt (Zentrale Dienste) bereits vor einiger Zeit schon gekauft. Laut Zentrale Dienste können die sechs Wohneinheiten in ca. drei Wochen hergerichtet werden. Es werden etwa 128 000 Euro für die Sanierung investiert, um das Haus bezugsfertig zu machen, so die Amtsleiterin.

Bezirksvertretung ist einverstanden

Ute Bogucki: „In der Voedestraße besteht zeitnah diese Möglichkeit, Flüchtlinge in einer städtischen Immobilie unterzubringen.“ Einziehen und damit eine heimischere Bleibe haben werden Hilfe suchende Menschen, die bisher in Turnhallen untergebracht sind. Aus welchen Ländern diese Flüchtlinge kommen, konnte die Sozialamtsleiterin noch nicht sagen. Bogucki: „Die Turnhallen werden aber nicht freigezogen. Hier werden erneut Flüchtlinge untergebracht.“ Und: „Wir müssen auf Turnhallen zurückgreifen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden.“

2015 sollten zunächst 900 Asylbewerber nach Bochum kommen, 300 waren bereits im Februar schon angekommen. Prognostiziert waren zunächst bis Jahresende 1700 Menschen. Mit Stand 6. Juli hat Bochum bereits 808 Flüchtlinge in diesem Jahr aufgenommen. Ute Bogucki geht davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte noch mehr werden und auch, dass die Prognose von 1700 Menschen überschritten werden könnte.

Die Zuweisung von Flüchtlingen in ein Bundesland bzw. in eine Kommune wird nach dem „Königsteiner Schlüssel“ berechnet. Dieser Schlüssel legt die exakten Quoten der Asylbegehrenden fest, die jedes Bundesland aufnehmen muss. Er wird jährlich entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder errechnet. Auf diese Weise sollen die mit der Aufnahme verbundenen Lasten angemessen verteilt werden (www.bamf.de). Bochum hat nach diesem Schlüssel 1,9 Prozent der Flüchtlinge, die NRW zugewiesen werden, aufzunehmen.

Bezirksbürgermeister Manfred Molszich zur Belegung des Hauses Voedestraße 58: „Wenn städtischer Wohnraum zur Verfügung steht für Hilfe suchende Menschen, müssen sie nicht in Turnhallen leben. Vielleicht kann damit vermieden werden, weitere Turnhallen belegen zu müssen.“ Die Fraktionen der WAT- Bezirksvertretung seien informiert und mit der Belegung einverstanden.