Flüchtlinge aktiv in den Ortsteil integrieren

Auch der Günnigfelder Familientisch macht mit sowie Pfarrer Meier (2.v.l.), Michael Schulz (3.v.l.), Pastor Linzner (Mitte) und Boris Glitzner (3.v.r.)
Auch der Günnigfelder Familientisch macht mit sowie Pfarrer Meier (2.v.l.), Michael Schulz (3.v.l.), Pastor Linzner (Mitte) und Boris Glitzner (3.v.r.)
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Günnigfelder haben Netzwerk gegründet, dass die ausländischen Familien willkommen heißen und begleiten will. Stadt lädt zur Bürger-Info-Veranstaltung ein

Wattenscheid..  Dass Flüchtlingsfamilien nach Günigfeld ziehen werden, wissen die Menschen im Ortsteil seit spätestens Herbst vergangenen Jahres. Nicht aber war bekannt, wann sie genau in das Haus an der Günnigfelder Straße 124 einziehen werden. Seit dieser Woche steht fest, dass die ersten Familien am 1. März kommen.

Die Aktiven, sprich beide Kirchengemeinden, der Günnigfelder Familientisch, die „Helfenden Hände“, der VfB Günnigfeld, die Grundschule und weitere Engagierte haben schon vor Monaten ein „Stand by“-Netzwerk gegründet, um die Flüchtlingsfamilie willkommen zu heißen, ihnen den Weg in den hiesigen Alltag zu erleichtern. Auch Boris Glitzner vom Jugendamt der Stadt und Sozialraumkoordinator ist involviert.

Nun steht der 1. März vor der Tür. Und damit kann das Netzwerk aktiv werden. „Natürlich brauchen wir noch viel mehr Informationen, etwa über die Herkunft der Familien“, so Pfarrer Meier von der ev. Kirchengemeinde. Pastor Elmar Linzner, kath. Gemeinde Herz-Mariä, ergänzt: „Und wir brauchen auch noch mehr Ehrenamtliche, speziell aus dem Ortsteil, die mitarbeiten wollen.“

Was genau auf Günnigfeld und das Netzwerk zukommt, hoffen alle auf der Bürger-Informationsveranstaltung der Stadt Bochum am kommenden Montag, 23. Februar, um 19 Uhr im Gemeindehaus „Marienhof“, Günnigfelder Straße 32, zu erfahren. Die Stadt hat diesen Info-Abend sehr kurzfristig anberaumt, allerdings ebenso kurzfristig erfahren, dass am 1. März die ersten Familien einziehen.

Eingliederung funktioniert über Sport

In der Stadt-Mitteilung heißt es: „Die Stadt hat ein Haus in Günnigfeld angemietet, der Eigentümer hat es saniert. Ab 1. März soll die Belegung des Hauses starten.“ Und weiter: „Bezirksbürgermeister Manfred Molszich und Ute Bogucki, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen, informieren und stehen für Fragen zur Verfügung.“

Pfarrer Meier, Pastor Linzner aber auch Michael Schulz, Jugendleiter des VfB Günnigfeld, der Familientisch und viele weitere Aktive werden, ebenso wie sicherlich eine Anzahl Günnigfelder Bürger, zur Info-Veranstaltung kommen.

Christian Meier: „Je mehr wir vorher erfahren, umso besser können wir agieren.“ So ist daran gedacht, Teams zu gründen, die die Flüchtlinge im Haus besuchen. Oder ihnen ganz einfache Alltäglichkeiten zeigen, etwa, dass eine Pfandflasche im Supermarkt 25 Cent Pfand einbringt. Schulz: „Integration funktioniert über Sport sehr gut. Bei uns im Verein können alte und junge Menschen mitmachen.“

Meier und Linzner halten es für wichtig, zu erfahren, welchen Hintergrund, welche Erfahrungen die neu ankommenden Menschen haben. Und da gibt es auch Organisatorisches: Das Netzwerk will bereitstehen und dann auch die Hilfsgüter sammeln, die gebraucht werde. Pfarrer Linzner: „Da hilft auch jemand, der bei Bedarf und auf Abruf einen Lagerraum zur Verfügung stellen kann.“

Michael Schulz (VfB) ist sehr zuversichtlich: „Ich bin Günnigfelder. Wir haben hier immer mit Menschen aus anderen Ländern gelebt. Und es hat funktioniert.“

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