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Mitgliederschwund

Feuerwehr plant Schülergruppe um Nachwuchs anzulocken

17.10.2012 | 18:25 Uhr
Feuerwehr plant Schülergruppe um Nachwuchs anzulocken
Ben wird bestimmt mal ein großer Feuerwehrmann. Niko Halwer (LE Höntrop) erklärt dem Knirps alles.Foto:Gero Helm

Wattenscheid. Die Freiwilligen Feuerwehren in Wattenscheid und Bochum planen den großen Befreiungsschlag: Die Brandbekämpfer wollen ab 2013 schon Grundschüler an die Löschzüge heranführen – und so auf den Mitgliederschwund reagieren, unter dem Einheiten im ganzen Land leiden.

Die Situation ist ernst. Die Freiwilligen Feuerwehren verlieren eigenen Angaben zufolge in ganz NRW Jahr für Jahr 2000 Mitglieder (die WAZ berichtete gestern auf der „Rhein-Ruhr“-Seite). Auch in Wattenscheid ist die Lage nicht besser. „Das Problem gibt es“, bestätigt Christian Klaka vom Löschzug Eppendorf. Das hat mehrere Gründe: Neben der demografischen Entwicklung – Wattenscheid verliert Einwohner und somit auch potenzielle Feuerwehrleute – vor allem die Konkurrenz zu Sport- oder Schützenvereinen. Deshalb haben die Löschzüge nun Kinder im Visier. Bochum arbeitet an der Gründung einer „Kinder-Feuerwehr“ ab sechs Jahren. „Wir haben bereits ein Konzept erarbeitet“, sagt Sandra Lichters vom städtischen Amt für Feuerwehr- und Rettungsdienst auf Anfrage. Wenn der Landesverband die letzten offenen Fragen beantwortet habe, wolle auch Bochum mitmachen. Je nachdem, wie viele Eltern ihr Kind anmelden, würde es ein oder zwei Standorte geben. Bei einer dezentralen Verteilung „wäre Wattenscheid ein Favorit“, so Lichters.

Ausflüge und Experimente

Die Jungen und Mädchen werden natürlich keine lichterloh brennenden Häuser löschen. Es gehe darum, Kinder „spielerisch und pädagogisch an das Thema ‘ranzuführen“, sie also für die Technik zu interessieren, Ausflüge und Experimente zu machen und eine gute Gemeinschaft zu bilden. Mit zehn könnten sie dann zur bereits bestehenden Jugendfeuerwehr wechseln und mit 18 zum Löschzug. So wollen sich die Brandlöscher besser positionieren im Wettbewerb um immer weniger Kinder. Ab der Einschulung buhlen diverse Vereine um den Nachwuchs. „Wenn die Feuerwehr erst Kinder ab zehn aufnimmt, ist das natürlich ein Nachteil.“ Das sieht auch Löschzugführer Christian Klaka so. Eine Kinderabteilung sei „auf jeden Fall sinnvoll“, so könne man die Schüler „noch viel früher an sich binden“.

Positive Signale

Dass ein Interesse an der Freiwilligen Feuerwehr durchaus vorhanden ist, daran haben sie im Wattenscheider Süden keinen Zweifel. Obwohl die Eppendorfer Jugendgruppe erst 2010 gegründet wurde, musste Klaka schon einen Aufnahmestopp verhängen – mit 20 Mitgliedern ist die Abteilung voll.

Jonas Erlenkämper

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