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Konzeptpapier

Feuerwehr empfiehlt Sirenen

06.05.2009 | 17:45 Uhr

Die Bochumer Feuerwehr empfiehlt dringend den Aufbau eines flächendeckenden, modernen elektronischen Sirenensystems. Das geht aus einem Konzeptpapier hervor, dass der WAZ vorliegt.

Darin heißt es unter anderem: „Katastrophen- und Großschadenslagen sind weder in ihrer zeitlichen noch in ihrer räumlichen Dimension vorhersehbar. Dabei ist auch ihr Ausbreitungsverhalten unkalkulierbar. Insbesondere bei chemischen Stoffen, die in fast allen Ortsteilen des Stadtgebietes anzutreffen sind, muss in Zusammenhang mit Bränden oder unkontrollierbaren Reaktion von einer nicht geklärten Identität frei werdender Substanzen ausgegangen werden. Der hierbei entstehende Zeitfaktor zur Warnung der nicht ins Sirenennetz eingebundenen Stadtteile könnte viele Menschen das Leben kosten beziehungsweise ihnen irreparable gesundheitliche Schäden zufügen.”

Technische Weckfunktion

Diese Auffassung der Fachleute unterstreicht CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender der CDU Westenfeld, Dirk Schmidt, der auf Anfragen an die Stadtverwaltung aus den Jahren 2001 und 2005 verweist. „Trotz Mitteilung, dass die Sirene die einzig technische Möglichkeit mit einer technischen Weckfunktion darstelle, hat die Verwaltung mitgeteilt, dass kein Handlungsbedarf bestehe.” Die CDU fordert dagegen, dass „mindestens für die besonders gefährdeten Stadtteile ein Sirenensystem bereitgehalten werden sollte”.

Gefahrenpotentiale

Schmidt erwähnt dabei die konzentrierte Bebauung in einigen Stadtteilen wie Wattenscheid-Mitte oder Westenfeld mit Gefahrenpotentialen, die von Transporten auf Autobahnen und Schienenwegen ausgehen.

Nach dem Abbau aller Sirenen im Stadtgebiet müssen Anwohner in Gefährdungsfällen mit Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr gewarnt werden (die WAZ berichtete). Dazu heißt es in dem Konzeptpapier der Feuerwehr: „Dies bindet nicht nur wertvolle Einsatzmittel und Personal, sondern macht eine rasche und flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung bei Großschadensereignissen unmöglich.”

Für die Errichtung eines stadtweiten, flächendeckenden Sirenensystems mit 50 Sirenen würden nach Berechnung der CDU-Fraktion weniger als 1 Mio Euro erforderlich sein. Die jährlichen Unterhaltungskosten würden weniger als 20 000 Euro betragen.

Norbert Schmitz

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