Falsche Angaben sorgen für Kritik

Foto: Hans Blossey

Wattenscheid..  Seit Monaten wird über die Pläne zum Sportplatzumbau Dickebankstraße (dort ist ein Kunstrasenplatz geplant) und die damit verbundene Erweiterung der Großbäckerei Bereket diskutiert. Für Verwunderung und Kritik bei Anwohnern und Lokalpolitikern sorgten nun die teils widersprüchlichen Aussagen der Stadtverwaltung.

Auf Anfragen der Bezirksvertretung zum gleichen Sachverhalt gab es sehr unterschiedliche Antworten der Ämter. Weshalb Bezirksbürgermeister Molszich u.a. anfragt: „Teilt die Verwaltung die Meinung, dass unterschiedliche, zudem auch noch falsche oder widersprüchliche Angaben für die Akzeptanz des Vorhabens Erweiterung Bereket/neuer Kunstrasenplatz eher hinderlich sind? Reden die zuständigen Ämter nicht miteinander, um Sachlagen abzuklären?“ Die Verwaltung müsse künftig gewährleisten, dass eine Anfrage zum gleichen Vorgang umfassend und ohne Widersprüchlichkeit beantwortet wird und alle beteiligten Ämter einbezogen sind.

Anwohner, die die Bürgerinitiative „Alte Ziegelei/Geitlingstraße/Dickebankstraße“ gebildet haben, kritisieren diese Widersprüche als Zeichen für ein insgesamt intransparentes Verfahren.

Lärmschutzwall zu niedrig

Drei Beispiele werden aufgeführt. 1. Höhe und Länge des Lärmschutzwalls zwischen Wohngebiet Alte Ziegelei und Sportplatz: Dem Stadtplanungsamt sei nicht bekannt, dass der Wall nicht den Vorschriften entspricht. Dem Umwelt- und Grünflächenamt sind die Veränderungen des Walls dagegen sehr wohl bekannt. Molszich will nun von der Verwaltung wissen: „Wird der Wall wieder auf die notwendige Höhe gebracht und falls ja, wann wird das der Fall sein?“

2. Anwohnerklagen bezüglich des Immissions- und Emissionswertes seien dem Planungsamt nicht bekannt, dem Umweltamt dagegen sehr wohl; es wurden sogar Messungen durchgeführt, die aber keine Auffälligkeiten zeigten. Zudem hat die Bürgerinitiative in einem Brief an das Planungsamt bereits darauf hingewiesen, dass Messungen der Umweltbehörde Hagen durchgeführt wurden.

3. Polizei-Einsätze werden verneint, aber aus dem Schreiben vom 23. März der Bürgerinitiative an Umwelt- und Ordnungsamt ist zu erkennen, dass es sehr wohl Polizei-Einsätze gab. Auch dem Sportamt seien Lärmprobleme vom Fußballplatz her bekannt, Anwohnerbeschwerden gibt es seit 2009.

Zum Hintergrund: Die Großbäckerei Bereket möchte einen Teil des Sportplatzes (ca. 11 000 qm) kaufen, um zu erweitern. Die Stadt will mit dem Geld einen Kunstrasenplatz bauen, den SW Wattenscheid 08 seit langem wünscht. Anwohner befürchten aber weitere Probleme, wenn Bäckerei und Sportplatz heranrücken. Die Stadt hat eine Bürgerbeteiligung zugesichert: „Die Verfahren unterstehen den gesetzlichen Regelungen zum Immissionsschutz. Das gilt einerseits für das Baugenehmigungsverfahren zur Anpassung des Sportplatzes und andererseits für eine Betriebserweiterung, die nur im Rahmen einer Bebauungsplanänderung zugelassen werden kann.“