Fachwerkhaus droht der Verfall

Das Fachwerkhaus an der Gertrudisstraße 20 droht zu verfallen.Foto:Joachim Haenisch
Das Fachwerkhaus an der Gertrudisstraße 20 droht zu verfallen.Foto:Joachim Haenisch
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
FDP/UWG-Ratsfraktion stellte Anfrage zum denkmalgeschützten Gebäude Gertrudisstraße 20 im Kulturausschuss. Verwaltung prüft den Fall gerade intensiv

Einsturzgefährdet soll es sein, das unter Denkmalschutz stehende und wohl älteste Haus Wattenscheids an der Gertrudisstraße 20. Für 23 500 Euro hatte der Wattenscheider Hans Georg Eschrig das alte Fachwerkhaus (1629 erbaut) im Januar 2013 in der Zwangsversteigerung erworben, das Grundstück in Citylage ist 474 qm groß. Wohlwissend, dass es sich um ein denkmalgeschütztes, stark sanierungsbedürftiges Gebäude handelt.

Der Zustand des einstigen Schmuckstücks im Herzen der Alten Freiheit ruft erneut die Politik auf den Plan. Die FDP/UWG- Fraktion im Rat stellte in der Sitzung des Kultur-Ausschusses jüngst eine lange und detaillierte Anfrage.

Darin heißt es: „Das über 300 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude an der Gertrudisstraße 20 droht durch Verwahrlosung zu zerfallen.“ Das historisch bedeutende, im Ortskern von Wattenscheid stehende Haus (...) habe der Käufer unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes fachgerecht sanieren wollen (WAZ berichtete mehrfach ab Juli 2013).

Eigentümer gibt keinen Kommentar

Eine am 23. März durchgeführte Ortsbesichtigung von Mitgliedern der FDP/UWG-Fraktion habe jedoch ergeben, „dass das Gebäude akut von Zerfall bedroht ist. Vor allem das Dach ist überhaupt nicht gegen witterungsbedingte Schäden wie Nässe oder Kälte abgesichert.“ Aufgrund der besonderen Eilbedürftigkeit frage die Fraktion an, was die Verwaltung bzw. die Denkmalbehörde erwirken könne, um das Haus vor dem völligen Verfall zu sichern. Und ob die Verwaltung bereits entsprechende Maßnahmen der Sicherung ergriffen habe. Wenn ja, welche? Ein am Eingang des Gebäudes angebrachtes Siegel – offensichtlich zum Schutz des Gebäudes durch das Bauplanungs- und Ordnungsamt – sei gebrochen worden.

Die Fraktion will wissen, ob dieser Umstand der Verwaltung bekannt sei und ob Gründe für den Siegelbruch vorliegen würden. Die Fraktion: „Unserer Meinung nach obliegt bei historisch bedeutsamen Gebäuden, die zudem noch unter Denkmalschutz gestellt wurden, eine Sorgfaltspflicht.“

Stadtsprecherin Barbara Gottschlich gestern dazu: „Es gibt derzeit rechtliche Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und dem Eigentümer.“ Weiteres zum Thema Denkmalschutz speziell für dieses Fachwerkhaus, werde derzeit bei der Verwaltung sehr intensiv geprüft.

Die WAZ fragte gestern beim Eigentümer des Hauses nach, der aber „keinen Kommentar“ abgeben wollte.