Erste Tour führt nach Spanien
03.09.2010 | 16:32 Uhr 2010-09-03T16:32:00+0200
Wattenscheid.Unser erster Bulli-Urlaub beginnt am 20. April 2000: Seit Monatsbeginn darf unser Bulli mit seinem Saison-Kennzeichen 04-10 auf die Straße.
Es soll nach Spanien gehen an die Costa del Sol, wo wir schon einige Male schöne Urlaube genossen haben.
Nun – mit dem Bulli kann aber auch der Weg selbst noch das Ziel sein, weil man damit schließlich immer bleiben kann, wo man will. Alle Stauräume sind gepackt, die richtige Musik im Handschuhfach, die Spanischlektionen in frischer Erinnerung. Monschau, das Hohe Venn, Luxemburg, Belgien, Frankreich über Auxerre, Chateraux, Lourdes. Der Frühling flattert mit bunten Bändern durch das Land
Der Westfalia Berlin von Hermann Hülder und Angela Feller trug seine Besitzer in über 30 europäische Länder. Das Ehepaar, das zum Kreis der Wattenscheider Käferfreunde gehört, erlebte dabei manches Abenteuer mit seinem vierrädrigen Freund.
Knapp 250 000 Kilometer hat der automatikgetriebene Luftgekühlte auf dem Buckel, doch er läuft und läuft und läuft...
Im Rahmen einer WAZ-Serie nimmt der Bulli unsere Leser mit auf seine Reisen und lässt seinen Besitzer berichten. Unseren Gastautor, Hermann Hülder, hat tief beeindruckt, dass sein rüstiger Oldtimer über Sprachgrenzen hinweg Brücken zu den Menschen in fremden Ländern gebaut hat.
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Wir gleiten vom hohen Sitz mit weitem Blick über die Hecken- durch gelbe Rapsfelder, schön geschmückte Städtchen, aufgeweckte Dörfer und machen den einen oder anderen Kaffee-Stop zuweilen mit einem kleinen Quätschchen mit Einwohnern. Die Pyrenäen tragen weiße Gipfel und Pässe. Der Ostersonntag kommt mit bunten Eiern im frischen Schnee vor geschlossenem Campingplatz „L‘Edelweiß“. Manchmal knackt etwas am Bulli…
Schöne Tage an der Costa del Sol… Am 27. April Rückfahrt: In der Sierra Nevada bei 3 Grad Celsius in der Dunkelheit klopft es wieder hinten am Bulli. Ob ich Gas gebe oder nicht – es klopft. Was ist das? Ein Lagerschaden? Geht etwas völlig kaputt, wenn wir weiterfahren? Wir entscheiden uns, den ADAC ins Spiel zu bringen. Angela ruft ihren Bruder an, der ruft den ADAC in Deutschland an, der ruft den ADAC in Barcelona an, und der meldet sich auf unserem Handy. Ein Hurra dem Mobilfunk!
Nach einer Stunde bringt uns ein Abschleppwagen zu einer VW-Werkstatt in Granada. Der Fahrer sagt mir, dass er den Zustand des Bullis weitergeben sollte. Aber der sei ja nun wirklich „muy bien“. Die Nacht im Bulli vor dem Autohaus. Doch die Werkstatt öffnet morgens nicht. Auf Nachfrage heißt es, die Mechaniker der ganzen Provinz streikten. Also will der ADAC den Bulli nach Hause schleppen. Wir dürfen mit dem Zug fahren, da das Fliegen uns nicht bekommt. Am Bahnhof in Granada gibt’s kein Ticket mehr. Am Weißen Sonntag ist ganz Spanien unterwegs. Beim Verkaufschef ging’s dann schließlich doch. Durchgebucht über Madrid, Hendaya, Paris, Essen, Wattenscheid. In Madrid und Brüssel können wir die Fahrt unterbrechen und uns die Stadt ansehen.
Unser Bulli kommt zwei Wochen nach uns bei der von uns angegebenen Werkstatt an. Der Fehler taucht nicht auf. Aber Aufschluss gibt, dass das Klopfen von der Geschwindigkeit abhängig ist. Je schneller man fährt, umso schneller klopft es. Das kann nur am Antrieb liegen, nicht am Motor. Die Antriebswellen sind verschlissen. Generalüberholte kommen vom Vorbesitzer, sie werden eingebaut- und das Klopfen ist weg.
Hätten wir doch schon Bekanntschaft mit anderen Clubmitgliedern vor der Reise gehabt! Dann hätten wir erfahren, dass – etwas Fett an die Wellen geschmiert – das Problem für den Rest der Fahrt beseitigt hätte. So hat die Unerfahrenheit und die Nervosität uns ein so unerwartetes erstes Abenteuer beschert.
17:31
dat dat dat noch gibt....toll
03:43
Schön wenn Familien zusammenhalten und das in der Kommentarfunktion auch dokumentieren. Was soll das?
07:00
Schöne Geschichte zum miterleben. Urlaub (die Geschichte macht Fernweh), schöner Bulli, Spannung und Menschlichkeit... Mehr davon!
19:10
Klasse Geschichte! Mit dem Bulli statt mit dem Jet. So geht´s auch (oder besser)