Eröffnung mit Hindernissen
11.10.2009 | 14:29 Uhr 2009-10-11T14:29:00+0200
So hatte sich Anna Moosbacher die Eröffnung ihrer Pension Thorpeblick in dem gleichnamigen Theaterstück des Eppendorfer Heimatvereins (EHV) nicht vorgestellt. Ganz geruhsam wollte die frischgebackene Wirtin ihre Arbeit beginnen. Stattdessen kamen zur Eröffnung mehrere eigenwillige Gäste.
Der erste Gast, der am Freitagabend bei der Premiere in der Museumsscheune die Bühne, und damit die Pension Thorpeblick, betrat, war die hochwohlgeborene Gräfin Edelgarth von Hohenstein. Mit ihren sieben Koffern und zahlreichen Extrawünschen („absolute Ruhe”) forderte sie gleich die Wirtin und deren geschäftstüchtige Nichte Claudia Moosbacher. Gefolgt von Ottilie Zeisig, die ihrem Friseur eine Postkarte aus dem Urlaub in Eppendorf schicken will, und ihrem Mann Maximilian, der einen „nustigen Sprachfehner” hat. Ebenfalls eigenwillig ist auch der Schotte Jack McDonnerbälck, der das Herz von Anna Moosbacher im Sturm erobert und gleich mit Max Zeisig eine ganze Flasche Whisky auf Brüderschaft trinkt. Hinzu kommt der angebliche Schauspieler Alberto Zucchini, der mit seiner Freundin Sabine Schulz, an Schmuck und Geld der Pensionsgäste will, sowie der schwerhörige Kriminalbeamte in geheimer Mission, Anton Klein. Dass diese Zusammensetzung mit den unterschiedlichsten Wünschen und Erwartungen an einen gelungen Urlaub auf kurz oder lang nicht gut gehen kann, ist vorprogrammiert.
Es ist aber nicht nur die bunt durcheinander gewürfelte Schar der Gäste, die das Theaterstück von Paul Greb so sehenswert machen. Vielmehr sind es gerade die Schauspieler, die ihren Rollen den äußerst komischen Auftritt verleihen. Da ist Heinz David, der als Kauderwelsch sprechender Jack McDonnerbälck von Anfang an Szenenapplaus bekommt. Wolfgang Schulz, der im echten Leben stellvertretender Vorsitzender des EHV ist, wirkt als Maximilian Zeisig neben seiner resoluten Schauspiel-Gattin Ottilie (alias Iris Malinowski) wie ein kleiner Schuljunge. Sebastian Kipf als Schauspieler Alberto Zucchini erfüllt mit weißem Schal, Baskenmütze und seinem gesamten Verhalten jedes Klischee.
Mehr als 100 Zuschauer bei der Prmiere
Zu der Premiere der Komödie in drei Akten kamen am Freitag mehr als 100 Zuschauer in die Museumsscheune an die Engelsburger Straße und zeigten sich begeistert, nicht nur von dem Theaterstück, sondern auch von dem gesamten Ambiente. Denn nicht nur auf und hinter der Bühne waren die Mitglieder des Eppendorfer Heimatvereins aktiv, sondern auch hinter der Theke und an den Tischen. „Für die Bewirtung unserer Zuschauer sind fast mehr Helfer im Einsatz als auf der Bühne”, scherzte der EHV-Vorsitzende Gerd Robok, während sich in der Pause die Masse aus der Scheune zum Büfett schob.
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