Eltern verlangen bessere Planung

Die Turnhalle der Südfeldmarkschule an der Roonstraße.
Die Turnhalle der Südfeldmarkschule an der Roonstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Pflegschaft der Grundschule Günnigfeld schreibt wegen Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhalle Roonstraße Offenen Brief an die Oberbürgermeisterin

Wattenscheid..  Aus der Tageszeitung hätten Eltern und Schulleitung der Grundschule Günnigfeld erfahren müssen, „dass in Kürze Flüchtlinge in der Turnhalle Roonstraße/Südfeldmark untergebracht werden sollen.“ So heißt es im ersten Satz des Offenen Briefes, den Tim Pohlmann als Schulpflegschaftsvorsitzender im Auftrag der Eltern an die Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz geschrieben hat. Und weiter: „Das Schuljahr endet am 26. Juni. Somit ergibt sich während dieser Zeit eine Überschneidung, da unsere Kinder die Schule bis dahin noch besuchen.“

Sportunterricht findet draußen statt

Weiterhin werde in den ersten drei Wochen der Sommerferien auch eine Betreuung für die Ganztagskinder angeboten. „Für unsere Kinder heißt das, dass u.a. der Schulsport ausfallen muss und das Betreuungsangebot des Ganztags eingeschränkt wird.“ Und: „Unsere Kinder haben bisher viel auf sich genommen (Umzug, Bustransfer). Nicht nur aus diesem Grunde ist es nicht tragbar, solche Entscheidungen auf den Schultern der kleinsten Bürger abzuladen.“

Es sei aber zudem für die traumatisierten und hilfesuchenden Menschen eine Zumutung, in einer Turnhalle, einer Massenunterkunft, untergebracht zu werden. Viele dieser Menschen sehnen sich nach Ruhe und wollen erst einmal ankommen. Tim Pohlmann für die Pflegschaft: „Der so von der Stadtverwaltung provozierte Nutzungskonflikt ist mehr als unsensibel; beiden Seiten gegenüber. Die Verwaltung weiß seit langem, dass es irgendwann zu einer Situation der schnellen Notaufnahme von Flüchtlingen kommen würde. Warum wird hier nicht im Vorfeld genauer geplant? Warum werden nicht Leerstände wie Schulen oder Altenheime hierfür genutzt? Warum werden solche unverständlichen Entscheidungen in der Verwaltung so kurzfristig gefällt? Warum gibt es keinen vernünftigen Informationsfluss durch die Stadt?“

Zur Nutzung der Turnhalle sagt Stadt-Sprecherin Barbara Gottschlich, dass im Schulgebäude bis zu den Sommerferien noch Schulbetrieb sowie in den ersten drei Wochen OGS-Betrieb der Grundschule Günnigfeld stattfinde. In den Vormittagsstunden würden die Grundschule sowie das Berufskolleg die Turnhalle für den Sportunterricht nutzen. „Den Schulleitungen wurde von uns angeboten, den Sportunterricht in der Turnhalle an der Marktstraße durchzuführen. Diese Halle befindet sich auf dem Gelände der Grundschule Günnigfeld. Sie ist in den Vormittagsstunden aktuell frei.“ Und: „Die Grundschule hat sich entschieden, den Sportunterricht draußen durchzuführen und benötigt aktuell keine zusätzlichen Busse und auch keine Belegungszeiten in der Turnhalle Marktstraße.“

Das Alice-Salomon-Berufskolleg werde die Turnhalle an der Marktstraße für den Sportunterricht nutzen. So sei die Durchführung des Sportunterrichts der beiden Schulen weiterhin uneingeschränkt möglich.