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Einsatz für den Vogelpark

08.02.2012 | 18:13 Uhr
Einsatz für den Vogelpark
Peter Nafeld besucht regelmäßig den Vogelpark. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool.

Wattenscheid.Über dem Wattenscheider Vogelpark kreist der Pleitegeier – die hoch verschuldete Stadt Bochum will das beliebte Ausflugsziel im Stadtgarten schließen, um Geld zu sparen. Jetzt haben sich engagierte Bürger zusammengefunden, die nicht nur meckern, sondern auch nach Lösungen zur Rettung des Vogelparks suchen.

Rund 20 Mitstreiter im Alter von 30 bis 70 Jahren kamen zum ersten Treffen im Rathaus-Sitzungssaal. Peter Nafeld, der die Initiative zur Erhaltung des Vogelparks organisiert hat, ist mit der Resonanz und den Gesprächen zufrieden.

„Wir sind der einhelligen Meinung, dass einer Schließung des Vogelparks im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt Bochum entschieden entgegenzutreten ist. Die angegebene Einsparung von jährlich 8000 Euro steht in keinem Verhältnis zum Verlust an Lebensqualität in der Wattenscheider Innenstadt“, so Peter Nafeld. Der 56-Jährige hatte seine Meinung bereits auf der Bürgerkonferenz deutlich gemacht, zu der die Stadt am vergangenen Wochenende in den Ruhrcongress eingeladen hatte, um über die Streichliste zu diskutieren.

Die Initiative fordert von Verwaltung und Politik die Erhaltung der Anlage in der jetzigen Form und ist bereit, die Verwaltung dabei mit geeigneten Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und zum Sponsoring zu unterstützen. Das reicht von Geldspenden bis hin zu Marketingaktivitäten.

Nafeld: „Dieser Vogelpark ist ja auch für Schulen und Kindergärten im Rahmen der Naturerkundung ein lohnenswertes Ziel. Zahlreiche Familien und Spaziergänger nutzen ebenfalls die Anlage zum informativen und geselligen Rundgang.“ Man werde an dem Konzept zur Spendensammlung weiterarbeiten. Nicht nur finanzielle Hilfe ist willkommen, auch ehrenamtliches Engagement.

Den weiteren Schritt, einen Verein zu gründen, erwägt die Initiative dann, wenn die Stadt entscheidet, den Vogelpark zu schließen – bislang handelt es sich bisher um einen Vorschlag (wie schon in den Vorjahren) auf der von Stadt und Bezirksregierung erarbeiteten Streichliste. Darüber entscheiden muss letztlich der Stadtrat. „Wir wollen derzeit nicht so weit gehen wie die private Südpark-Initiative, die den Verein zur Rettung der Tiergehege gegründet hat“, so Nafeld. „Wir wollen die Stadt jetzt nicht aus der Verantwortung entlassen, den Vogelpark zu erhalten.“

Bei diesem ersten Treffen der Initiative wurden außerdem die Ergebnisse der bisherigen Aktivitäten besprochen. Dazu zählte auch die Befragung der Bochumer Ratsfraktionen: Laut Peter Nafeld spricht sich demnach keine Ratsmehrheit für eine Schließung des Wattenscheider Vogelparks aus.

Um den Bürgerwillen auf eine breitere Basis zu stellen, wird die Initiative in den kommenden Wochen eine breit gestreute Unterschriftenaktion zu der Thematik starten. Ziel dieser Aktion sei es einerseits, den Druck auf Politik und Verwaltung weiter zu erhöhen und andererseits weitere potenzielle Förderer und Unterstützer für die Initiative zu gewinnen. Listen liegen in zahlreichen Wattenscheider Geschäften aus.

Bei der (nicht repräsentativen) Internet-Abstimmung, die die Stadt Bochum zur Streichliste durchführen ließ, sprach sich eine deutliche Mehrheit gegen die Schließung des Wattenscheider Vogelparks aus (211 Nein- und 55 Ja-Stimmen).
Bei dem Bürgerkonferenz-Forum „Stadtentwicklung, Umwelt, Verkehr“ im Ruhrcongress hat die Stadt in der Rubrik „Hinweise für freiwilliges Engagement/Ehrenamt“ die Vogelpark-Initiative als Anregung vermerkt. Für Vorschläge, Hilfsangebote und Mitstreiter ist Peter Nafeld erreichbar unter Tel. 02327-81 800 oder peter.nafeld@t-online.de

Ralf Drews

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