Einige Hallen dienen als Unterkünfte

Das ehemalige Altenheim „Haus am Beisenkamp“ ist als Flüchtlingsunterkunft nicht geeignet und soll zudem abgerissen werden.Foto:Karl Gatzmanga
Das ehemalige Altenheim „Haus am Beisenkamp“ ist als Flüchtlingsunterkunft nicht geeignet und soll zudem abgerissen werden.Foto:Karl Gatzmanga
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
„Haus am Beisenkamp“ steht als Flüchtlingsquartier überhaupt nicht zur Debatte.Stadt: „Auf Turnhallen zurückgreifen, um humanitäre Katastrophe abzuwenden“

Jetzt ziehen die ersten Flüchtlingsfamilien in die Turnhalle an der Roonstraße ein. Gestern sind – laut Stadt Bochum – drei Ehepaare aus Albanien (sechs Erwachsene), eine Familie aus Albanien (zwei Erwachsene, drei Kinder) und eine Familie aus Guinea (eine Erwachsene, zwei Kinder). Die Halle wurde für 68 000 umgerüstet und bietet Platz für bis zu 32 Personen. In der Bezirksvertretung sagte Sozialamtsleiterin Ute Bogucki: „Wir müssen auch auf Turnhallen zurückgreifen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden.“

Im Leserbrief eines Mitglieds der Elternpflegschaft der Grundschule Günnigfeld, den die WAZ am 2. Juni veröffentlichte, wurde angeregt, etwa das leer stehende Altenheim „Haus am Beisenkamp“ als Flüchtlings-Unterkunft herzurichten. Die WAZ hinterfragte diese Anregung bei der Stadt Bochum. Pressesprecherin Barbara Gottschlich dazu: „Im ehemaligen Altenheim ,Haus am Beisenkamp’ wurden schon vor mindestens ein bis zwei Jahren die Heizungen und auch bestimmte Sanitäranlagen ausgebaut, da das Gebäude abgerissen werden soll.“ Mittlerweile sei zudem mehrfach in das Gebäude eingebrochen worden, wobei Kupferteile entwendet wurden. Die Wiederinstandhaltungskosten seien bei einer Schätzung als zu hoch angesehen worden. Abgesehen davon, gibt es bereits seit 2013 Pläne der „SBO Senioreneinrichtungen der Stadt Bochum gemeinnützige GmbH“ mit der VBW Bauen und Wohnen, ein neues Seniorenhaus zu bauen.

Sprecherin Gottschlich teilte weiter mit, dass die Stadt versuche, „im Rahmen der aktuellen Standortdiskussion für drei Containeranlagen eine gleichmäßigere Verteilung auf die verschiedenen Bezirke zu erreichen.“ Voraussetzung dafür sei, „dass in den verschiedenen Bezirken auch potenziell geeignete Flächen vorhanden sind.“ In Querenburg/Wiemelhausen sind rund 86 Plätze an verschiedenen Standorten vorhanden. Der Standort Wohlfahrtstraße hält 238 Plätze zur Unterbringung vor.

In Stiepel seien insgesamt 43 Plätze, aufgeteilt auf zwei Einrichtungen, verortet. Im Südwesten werde die Erstaufnahmeeinrichtung „Lewacker Schule“ mit 140 Plätzen betrieben. Als Notfalleinrichtung wird hier ebenfalls die Turnhalle mit 40 Plätzen genutzt. Weiterhin befindet sich auf der Straße „Am Sattelgut“ eine Einrichtung, die 50 Personen beherbergt. Eine weitere Turnhalle in der Pestalozzistraße, Nähe Essener Straße, werde ebenfalls als Notfalleinrichtung genutzt.