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Day of Song

Ein Chor aus Profis und Passanten

03.06.2012 | 18:52 Uhr
Ein Chor aus Profis und Passanten

Wattenscheid. Mehr als 50 000 Menschen aus 53 Städten der Region haben am Samstag die zweite Auflage des „Day of Song“ gefeiert, auch die Hellwegstadt erhob die Stimme: Pünktlich um 12.10 Uhr ließen 250 Sängerinnen und Sänger in der Innenstadt das Steigerlied erklingen, mit von der musikalischen Partie waren der MGV Deutsche Eiche, MGV „Glück Auf“ Höntrop, die Eppendorfer Liederfreunde, der MGV Schlägel und Eisen, Frauenchor Höntrop, die Junge Chorgemeinschaft, der Shanty-Chor sowie das Akkordeon-Orchester Wattenscheid.

Singen bleibt in Mode

„Diese Veranstaltung hat das Potenzial, sich als Gesangsfestival zu etablieren und zum wiederkehrenden Besuchermagneten zu werden. Denn auch heute konnte man sehen: Singen ist nicht aus der Mode gekommen“, äußerte sich Sängerkreis-Sprecher Johannes Dries mit Blick auf die zahlreichen Besucher in der Fußgängerzone, die zusammen mit den Gruppen Klassiker wie „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Muss i denn“ anstimmten. Auch „im Vorbeigehen“ hatte manch einer zumindest ein Summen oder Pfeifen auf den Lippen. „Die Musik schlägt Brücken, zwischen Nachbarn und Kulturen“, so sah es nicht nur Dries.

Für die weniger Textsicheren hatte der Sängerkreis, der das City-Singen koordinierte, vorsichtshalber Spickzettel verteilen lassen. Kreischorleiter Winfried Pentek traf vorab eine Auswahl von bekannten Melodien und dirigierte das besondere Ensemble aus „Profis“ und Passanten. „Wobei der Wattenscheider grundsätzlich ein Sänger ist und Singen will. Musik ist Teil unseres Lebens und ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis“, wunderte sich Dries daher kaum, dass die Texthefte eher selten nötig waren.

Auch sonst gab es nach Auskunft des Sängerkreis-Sprechers im Vorfeld nicht viel zu organisieren und planen. Die Bezirksvertretung stellte eine Verstärkeranlage zu Verfügung, die Stadtverwaltung erteilte die Genehmigung, damit konnte es fast losgehen. Der Rest war dann mehr oder weniger spontan. „Schließlich sollte es kein Konzert des Sängerkreises werden, sondern ein Tag des Liedes mit möglichst vielen Menschen, die innerhalb eines gemeinsamen großen Chores ihre Stimme erheben konnten.“

Wobei der „Day of Song“ nicht nur an diesem Samstag, sondern schon vor zwei Jahren im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms die Akteure in Wattenscheid begeisterte. Deswegen musste der Sängerkreis auch nicht lange überlegen, beteiligte sich an der Wiederholung und hofft auf einen positiven Nebeneffekt: „Wir brauchen Nachwuchs, gerade in den Männerchören“, lädt Johannes Dries all diejenigen zum aktiven Mitmachen in den Gesangsgruppen ein, die ganz aktuell ihre Freude am Singen (wieder-)gefunden haben.

Christopher Becker



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