Eher ein Problem der Eltern
05.05.2009 | 17:30 Uhr 2009-05-05T17:30:00+0200Exzessives Rauschtrinken liegt bei Jugendlichen weiterhin im Trend – so heißt es zumindest im neuesten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung. Wattenscheids Schulleiter hingegen sehen keine Probleme mit dem so genannten Komasaufen.
Heinz Senf, Leiter der Märkischen Schule, erklärt: „Letztlich ist das eine Geschichte, die Schule als Ereignisraum nicht betrifft. Auf Klassenfahrten mag so etwas vorkommen, aber wir hatten das noch nicht.” Und auch Ulrich Sauter, stellvertretender Leiter der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule, sagt: „Die Problematik auf Klassenfahrten haben wir in der Form nicht.” Allerdings: „Was hier am Wochenende auf dem Schulhof abgeht, ist die Härte.” Das aber seien nicht seine Schüler.
Konsequent durchgegriffen
„Bis vor fünf Jahren ist so etwas schonmal vorgekommen”, räumt hingegen Martin Ruch, Rektor der Realschule Höntrop, ein. Seinerzeit hatte er einen Hinweis bekommen, dass einige Schüler am Südpark sitzen und bechern würden. „Ich bin dem nachgegangen, habe die Eltern angeschrieben – und dafür gesorgt, dass im Umfeld unserer Schule kein Schüler mehr Alkohol kaufen kann”, beschreibt Ruch sein konsequentes Durchgreifen.
Selbstverständlich werde über Drogen und ihre Folgen auch im Unterricht gesprochen: „Ich gebe selbst Biologie, und das Thema bietet sich in Klasse neun an. Bei den Schülern kommt das gut an, weil dabei auch Wissen vermittelt wird.”
Regelmäßig tauche das Thema Alkohol in der Jahrgangsstufe neun auf, „und dort wird es auch besprochen”, sagt Heinz Senf von der Märkischen Schule. „Ich sehe aber nicht, dass es bei uns ein Problem gibt.” Natürlich gebe es Jungen in einem bestimmten Lebensalter, die sich gerne mit ihrem Alkoholkonsum hervortäten, „aber ich habe bisher nichts gehört, was mich zum Eingreifen veranlasst hätte”.
Zu lange vor dem Computer
Senf sieht bei der momentanen Diskussion ein Problem: „Ich habe den Eindruck, dass die Problematik bei den Schulen abgeladen werden soll – aber Schule ist nicht verantwortlich für die Freizeitgestaltung der Schüler.” Ähnlich sieht es auch Ute Herbstreit, Rektorin der Hauptschule Mitte. „Leider ist es ja so, dass man nicht immer dahinter kommt, was Jugendliche in ihrer Freizeit so machen. Aber das Thema Komasaufen war für uns bislang relativ fremd.”
Obwohl sie kürzlich von einen Einzelfall gehört habe, bei dem eine Schülerin mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus musste. „Als ich jetzt von dem Drogen-Bericht gehört habe, habe ich mich schon gefragt: Kriegen wir da was nicht mit”, sagt Herbstreit, die das Thema auf jeden Fall im Kollegium besprechen will.
Ihres Wissens nach sei Alkoholmissbrauch eher ein Problem der Eltern. Bei ihren Schülern sieht Ute Herbstreit eine andere Problematik: dass sie zu lange vorm Computer oder der Spielekonsole sitzen. „Auch das kann zur Sucht werden.” Davon kann auch Realschulleiter Ruch ein Lied singen: „Es gibt Schüler, die morgens quer überm Tisch hängen, weil sie die ganze Nacht gezockt haben.”
15:51
Wie taub u. blind stellt sich denn dieser Schulleiter da? Natürlich gibt es die angesprochenen Drogenprobleme, vermehrt durch Alkohol auch an Wattenscheider Schulen. Wegschauen u. verdrängen ist natürlich der einfache Weg. Vorsorge u. Aufklärung wäre eine verantwortungsvolle Reaktion darauf. Schulen, Eltern u. Betroffene können sich Rat u. unterstützende Erfahrung von Bochumer Selbsthilfegruppen holen ( z.B. bei den Anonymen Alkoholikern), denn dort gibt es Menschen, die den Weg aus der Sucht geschafft haben und wissen, wovon sie reden. Das ist dann lebendiger Unterrichsstoff.
14:16
Warum arbeiten Lehrer bzw. Schulen nicht mit Alkohol- Selbsthilfegruppen zusammen, diese sind immer gerne bereit Schüler vorbeugend zum Thema Alkoholmißbrauch zu informieren. Kontakte bekommt man über das Selbsthilfebüro oder die Gelben Seiten.
10:52
...woher stammen nur die ganzen Scherben auf dem Schulhof der Gesamtschule?
10:34
Wattenscheid ist die Ausnahme-Stadt der Republik. Wie schön.
10:31
Schule ist Schonraum - für die weltfremden Lehrer!
09:13
Daran sieht man mal wieder was die Schulleiter von ihren Schülern wissen, nämlich nichts.
Drogen aller Art sind doch schon fast Alltag an Deutschen Schulen, auch in Wattenscheid.. ^^