Diskussion um Turnhalle als Asyl-Unterkunft

Vorstandsmitglied Tim Pohlmann von den „Freien Bürgern“ weist auf folgende Erklärung der Wählervereinigung zur Umnutzung der Turnhalle Roonstraße – an der Südfeldmarkschule gelegen – als Flüchtlingsunterkunft hin. Ab Montag, 1. Juni, ist die Halle wie berichtet für den Schul- und Vereinssport geschlossen. „Muss man eine Flüchtlingsunterkunft mitten in der Grundschule eröffnen? Dort sind neben dem Alice-Salomon-Berufskolleg derzeit auch die Kinder der Grundschule Günnigfeld untergebracht, bis ihre Schule zum neuen Schuljahr nach der Renovierung wieder bezogen werden kann“, erklären die „Freien Bürger im Rat“.

Und weiter: „Das Schuljahr endet in vier Wochen. In diesen vier Wochen sollen sich traumatisierte Flüchtlinge den Schulhof mit den Grundschulkindern teilen. Die Kinder sind mit dieser Situation überfordert, die Flüchtlinge in einer Turnhalle als Massenunterkunft nicht besonders gut untergebracht. Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit der Unterbringung für die nächsten vier Wochen? Der Ball liegt nun in der Spielhälfte der Sozialverwaltung, die sicherlich bei der Flüchtlingsflut keine leichte Aufgabe hat, die Menschen unterzubringen.“

Zudem heißt es: „Aber der nun provozierte Nutzungskonflikt in der Schule Roonstraße ist so unsensibel, dass die in Bochum glücklicherweise bestehende Hilfsbereitschaft und Toleranz stark beansprucht wird. Die Sozialdezernentin Anger sollte sich diese Maßnahme noch einmal überlegen“, appellieren die „Freien Bürger“.

Ebenfalls in die Diskussion eingeschaltet hat sich die Siedlergemeinschaft Südfeldmark. Sie fühle sich von der „im Bochumer Rathaus getroffenen Entscheidung ebenfalls überrumpelt“, sagt Schriftführer Reinhold Berlin. „Der Vorstand der Siedlergemeinschaft Südfeldmark, der zur Zeit 330 Siedlerstellen vertritt, ist der Auffassung, dass die betroffenen Anwohner zum Beispiel in einer Bürgerversammlung über die geplanten Maßnahmen hätten unterrichtet werden müssen“, so Berlin gestern.