Die spinnen, die Angst vor Spinnen haben
27.02.2009 | 18:45 Uhr 2009-02-27T18:45:55+0100Düsseldorfer Arachnologe war in der Gertrudisschule zu Gast und hatte sowohl einheimische als auch exotische Tiere im Gepäck.Schüler lernten, dass die Achtbeiner, die schon länger auf der Erde leben als wir, dem Menschen mehr helfen als schaden
"Ihh, Spinne!", denkt so mancher, wenn ihm im Keller ein Achtbeiner über den Weg läuft. Die Kinder der Gertrudisschule zeigten da gestern eindeutig weniger Angst.
Mutig lässt die zehnjährige Elin eine Kreuzspinne auf ihrer Schulter spazieren. "Die ist ja ganz weich, so wie Sand", sagt sie erstaunt und auch ein bisschen erleichtert. Der Düsseldorfer Arachnologe Dr. Stephan Loksa hat die Schule besucht und einige seiner Tiere im Gepäck. "Meine erste Spinne habe ich mit acht Jahren bekommen", erzählte er begeistert und die Faszination ist seitdem geblieben. Seit rund zehn Jahren besucht er regelmäßig Schulen und Kindergärten, bietet aber auch Erwachsenen Kurse zur Angstüberwindung an.
"Spinnen sind vollkommen harmlos, von den 35 000 Arten, die es auf der Welt gibt, sind nur 20 Arten für den Menschen gefährlich", erklärte Loksa. "Die Angst, die viele Menschen vor den Tieren haben, ist uns nicht angeboren, sondern erlernt". Und da Kinder diese Furcht sehr schnell überwinden können, sind seine Besuche meist ein voller Erfolg: "Ich hatte erst ziemlich Schiss, aber dann hatte ich eine Vogelspinne auf der Hand und hinterher auch auf der Schulter und dem Kopf", erzählte Elin begeistert. Auch Berat (9) war mutig: "Die Spinne war ganz leicht, aber sie hat ein bisschen geklebt".
Großes Erstaunen machte sich breit, als Loksa erzählte, dass das Gift vieler Spinnenarten für den Menschen sogar nützlich sein kann. "Zuhause habe ich tausende Spinnen. Ich züchte die Arten, deren Gift für die Arzneimittelherstellung verwendet wird".
Fotostrecke auf derwesten.de/Wattenscheid
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