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Die Feder führte aus der Sackgasse

21.01.2015 | 18:23 Uhr
Die Feder führte aus der Sackgasse

Wattenscheid. Als Künstler führt er ein Doppelleben. Der Name Klaus Krüger steht für autobiografische Lyrik. „Dawi“ dagegen – von Dawideit, dem Geburtsnamen – malt, und zwar Fantastisches, das der reinen Vorstellung des 60-Jährigen entspringt. Beide Richtungen fügt er nun trotzdem im Rahmen einer Ausstellung zusammen, obwohl sie eigentlich nichts miteinander zu haben sollen. Ein Experiment, könnte man meinen, das ab Samstag, 24. Januar, im CentrumCultur der Awo zu sehen ist (August-Bebel-Platz 2a, Vernissage um 18 Uhr, Eintritt frei).

Denn in der Vergangenheit wollte Krüger die Künste gezielt trennen. Zu wichtig ist ihm das, was er mit seiner Dichtung verbindet, zu sehr sind die Inhalte mit seinem Leben verbunden. Die Gedichte sollen anders wirken als seine Bilder, Menschen Mut machen, Wege aufzeigen, um aus einer Sackgasse herauszufinden, in der er sich selbst einst wiederfinden musste.

Krüger war krank. Alkohol, Drogen, alles egal: „Ich bin morgens aufgestanden, direkt zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren und habe mit einen gegeben“, blickt er zurück. Vor diesem Absturz verlief sein Leben unauffällig. Selbstständig, als Eventmanager tätig, sorgte er jedoch nicht vor und stand nach einem Unfall Mitte der 90er Jahre vor dem Nichts. „Ich habe immer gerne getrunken“, gibt er zu. Aber erst die Langeweile, die Leere und die Gleichgültigkeit hätten ihn zum Trinker und mehr gemacht.

Als der Arzt höchstens noch zwei Monate prophezeite, stand er vor der Wahl zwischen Leben und Tod. Krüger wagte den Aufbruch, ist nun seit fast drei Jahren, nach einer zweiten Therapie, trocken – und zog in die Südfeldmark. „Vor dreißig Jahren habe ich Bochum aus beruflichen Gründen kennen und schätzen gelernt.“ Und das, was er auf der Straße erlebt hat, schreibt er inzwischen nieder. Vor allem für Menschen, die Ähnliches durchmachen.

Lesungen finden hauptsächlich in Krankenhäusern, Therapieeinrichtungen oder Schulen zur Prävention statt. Die Texte stammen entweder vollständig aus seiner Feder, oder sind angelehnt an Musik, die ihn inspiriert hat. Grönemeyer, Lindenberg oder Hannes Wader gehören zu den zitierten Quellen.

Nach einführenden Worten von Waldemar Mandzel – Krüger gehört zum „Künstlertreff WAT“ – wird er am Samstag daraus lesen. Den Rahmen bilden „Dawis“ Bilder. Ein Kontrastrastprogramm, das für Überraschungen sorgen könnte.

Christopher Becker

Kommentare
17.01.2016
20:12
Die Feder führte aus der Sackgasse
von silverbirdgroup | #1

Klaus, ein wirklich langjähriger Freund - zurückreichend in die 80er Jahre -, mit dem ich unter anderen in Sri Lanka durch dick und dünn geschritten...
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2015-01-21 18:23
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