Der Westen ist beliebt
01.09.2009 | 16:02 Uhr 2009-09-01T16:02:00+0200Neue Gesichter auf der Polizeiwache West an der Friedrich-Ebert-Straße: Insgesamt 13 neue Polizeikommissarinnen und -kommissare haben zum September dort ihren Dienst angetreten. „Damit werden die Personalabflüsse vom letzten Jahr wieder aufgefangen”, freut sich Wachleiter Udo Lotte.
„Maximal hätten wir 73 Mitarbeiter auf der Wache.” Hätten, wohlgemerkt. „Durch den Personalmangel sind es acht Prozent weniger.” Immerhin: Die Wache West ist in Bochum nach Mitte die zweitstärkste. Und – wie die Neuen einstimmig bestätigen – wohl auch die beliebteste. „Alle haben den Wunsch geäußert: Wenn nach Bochum, dann in den Westen”, freut sich der Wachleiter.
Warum? „Das Arbeitsklima soll hier sehr gut sein”, hat Neuzugang Sebastian Dreyer gehört. Da habe er schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Der 27-jährige Essener ist vollauf zufrieden: „Ruhrgebiet – da wollte ich immer hin, und Bochum war auch mein Wunsch.”
Ähnlich geht es Oliver Knoke aus Sprockhövel. „Ich habe meine Ausbildung in Hagen gemacht, bin der klassische Sauerland-Nachwuchs”, erzählt der 22-Jährige. „Aber ich habe mich immer zum Ruhrgebiet hingezogen gefühlt – deshalb bin ich froh, dass ich hierhin konnte und nicht nach Iserlohn oder in den Hochsauerlandkreis musste.” Und Kirsten Amft (25) aus Bocholt freut sich, dass „Bochum doch recht nah zur Heimat hin” liegt.
Ein Beispiel dafür, dass die Polizei immer internationaler wird, ist Yasemin Martin: Ihre Mutter war Türkin, der Vater ist Schotte. Deutsch und Englisch spricht die junge Polizeikommissarin perfekt, Türkisch möchte sie noch lernen.
Aus der Hauptstadt nach Wattenscheid verschlagen hat es Marc Stamatow. „Ich wollte unbedingt zur Polizei, aber in Berlin war die Einstellungslage so schlecht, dass ich mich auch in andere Bundesländer beworben habe.” Über die Zwischenstation Münster ist der 23-Jährige nach Wattenscheid gekommen. „Von der Größe der Stadt her geht's damit wieder aufwärts.”
Neben den Direkteinsteigern Christian Lohfink (22) aus Bochum, Anika Hemmer (24) aus Hagen, Jessica Heisterkamp (27) aus Bochum, dem Wattenscheider Marcel Molewski (25) – alle frisch von der Fachhochschule – gehören auch mehrere Versetzungen zu den Neuzugängen. Neben Jörg Schubert, einem alt gedienten Mitarbeiter, ist das unter anderem die Bochumerin Britta Quiskamp (27).
Zuletzt hat sie bei der Polizei in Düsseldorf gearbeitet – unter anderem in der legendären Altstadt-Wache. „Die Düsseldorfer Altstadt hat schon Ballermann-Charakter”, findet Britta Quiskamp. Große Probleme gebe es dort vor allem mit Libanesen, Marokkanern und anderen Migranten. „Das Problem ist, dass der Respekt gegenüber der Polizei nicht da ist.” Das war aber nicht der Grund, warum sie Düsseldorf den Rücken gekehrt hat: „Ich wollte einfach in meine Heimat zurück – ich freue mich darüber.”
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