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Der Tod lauert in der Tiefgarage

02.12.2008 | 19:05 Uhr

Claudia Vieregge lässt entscheidende Passagen ihres Krimis in ihrer Geburtsstadt Wattenscheid spielen.Ortskundige Leser dürften ihre Freude an dem Debut-Roman der Finanzbeamtin haben

Claudia Vieregge vor der Tiefgarage an der Propst-Hellmich-Promenade. Sollte die Titel-Figur ihres Romans "Aglaia muss sterben" hier wirklich ermordet worden sein? Bei der Lektüre des Krimis stoßen Wattenscheider oft auf Vertrautes. Foto: M. Schumacher, pi

Die Autorin Claudia Vieregge hat etwas mit der Protagonistin ihres Romans, Melanie, gemeinsam: Sie kehrt sie in ihre alte Heimatstadt Wattenscheid zurück. Grund ist gewaltsame Tod einer jungen Frau. Aber während Melanie in die Hellwegstadt zurückkehrt, weil der Pistolenschuss der Jugendfreundin Kirsten vom Leben zum Tode beförderte, in ihrer Welt real ist, spielt sich das Drama Claudias in der fiktiven Welt ihrer Fantasie ab. Und ihre Reise von Schwerte nach Wattenscheid dient deshalb auch nicht der Mördersuche, sondern dem Besuch in der WAZ-Redaktion, die sie zu einem Gespräch über "Aglaia muss sterben", ihrem Debut-Krimi eingeladen hat.

"Ich bin hier 1968 geboren. Meine Eltern lebten in Höntrop", sagt Claudia Vieregge, die ihre Schulfreunde von der Grundschule Preins Feld und später von der Hellweg Schule unter ihrem Mädchennamen Claudia Tönges in Erinnerung haben dürften.

Nach dem Gymnasium wechselte sie an die Kaufmännischen und entschloss sich, Finanzwirtin zu werden. "Ich arbeite heute in Teilzeit beim Finanzamt in Dortmund-Hörde", erzählt die Mutter von Matthias und Moritz. Nun hat die Sprache in amtlichen Schreiben der Finanzbehörde etwa so viel mit Literatur zu tun wie Maschinenfett mit selbstgemachter Erdbeermarmelade - "Ich liebe meine Arbeit im Amt und ebenso meine Schreiberei. Für mich ist das literarische Schreiben ein herrlicher Ausgleich zum Arbeitsalltag". 2004 entdeckte Claudia Vieregge ihre schriftstellerische Lust und Begabung. Eine Tageszeitung hatte die Leser eingeladen, selbst die Handlung eines Romans zu gestalten. Die Finanzbeamtin machte mit und fand Spaß am Schreiben. Es folgten VHS-Kurse, die Mitgliedschaft in der Autorengemeinschaft "Espressivo" und Kurzgeschichten-Beiträge zu Anthologien.

Auch die Grundidee zum aktuellen Roman entsprang einer Kurzgeschichte. "Freischwimmen" hatte Claudia Vieregge sie genannt.

Dem Wattenscheider Krimifreund, dürfte das Eintauchen in die Fiktion von "Aglaia muss sterben" besonders leicht fallen, spielen sich doch entscheidende Passagen der Handlung in Old Wattsche ab. Melanies Schulfreundin Kirsten, identisch mit der Titelfigur Aglaia, stirbt in einer Tiefgarage in der Nähe der Oststraße, ihre Leiche wird wenig später in einer Wohnung unweit des Saarlandbrunnens gefunden und auch im weiteren Verlauf der erstaunlichen Handlung trifft der Wattenscheider Krimi-Freund immer wieder auf Vertrautes.

Dabei legt Claudia Vieregge Wert darauf, dass ihr Debut-Roman nicht allein ein Krimi ist. "Ich denke, kriminaler Roman ist eine gute Bezeichnung, denn es geht nicht allein um Verbrechen und Mördersuche, sondern ich habe versucht, meine Beobachtungen jener speziellen Konkurrenz, die oft unter Frauen herrscht, Raum zu geben."

Das im KUUUK-Verlag erschienene Buch hat 225 Seiten und kostet 12 Euro.

Von Bernd Nickel

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