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Ruhrgebiets-Krimi

Der Teppichporsche

30.07.2010 | 16:15 Uhr
Der Teppichporsche
Sonja Ullrich (32) lebt in Wattenscheid. Hier spielt auch ihr erster Kriminalroman „ Teppichporsche". Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

Wattenscheid.Wer sein Buch neben Vater und Mutter auch 120 Zentnern Eierkohlen widmet, die den Sinn für Wertschätzung nachhaltig geprägt haben, der muss ziemlich schräg drauf sein und Kenne vom Milieu des Reviers haben.

„Teppichporsche“, das literarische Erstlingswerk von Sonja Ullrich, passt in das beschriebene Klischee. Ihr Kriminalroman, der an ihrem Wohn- und Tatort Wattenscheid spielt, ist schräg, und er fußt auf autobiografischen Milieustudien, obwohl die 32-jährige Autorin und Blondine versichert: „Alles ist frei erfunden. Dies gilt insbesondere für die Hauptfigur, die lediglich durch meine Haarfarbe inspiriert wurde sowie den Wunsch, einmal die ganz große Action zu erleben.“

Zum Inhalt: Esther Roloff ist der jüngste Spross einer traditionellen Bergarbeiterfamilie und Versicherungsdetektivin auf Probe bei Tozduman Securities, einer dubiosen Detektivklitsche auf der Voedestraße. Sie träumt davon, irgendwann einmal einen Mörder einzukerkern oder eine eigene Knarre zu besitzen. Als Esther einer Haftpflichtsache nachgehen soll – ein Terrier mit nur einem Zahn soll ein Wasserbett zerbissen und dadurch einen Wasserschaden verursacht haben – stößt sie auf Blutreste in den Parkettfugen des Schlafzimmers und wittert den ganz großen Mordfall.“ So viel sei verraten: Am Ende des „Teppichporsches“, wie der Ruhri Terrier nennt, landet wirklich jemand hinter Gittern.

In dem von ihr thematisierten Metier kennt sich Sonja Ullrich bestens aus: Die 32-jährige Wahl-Wattenscheiderin arbeitet in der Rechts- und Versicherungsabteilung eines Chemieunternehmens. Um ihrer Romanheldin ein authentisches Profil zu geben, nahm die Autorin Schießunterricht beim hiesigen Polizeisportverein. „Getroffen habe ich allerdings nichts“, gibt sie zu.

Sonja Ullrich, die verheiratet ist und eine fünfjährige Tochter hat, wurde 1977 in einer Bergleutesiedlung in Lünen geboren und wuchs dort auf. „Der Ofen meiner Kindertage tut auch heute noch bei meinen Eltern seinen Dienst“, erzählt sie. „Und auch das Kohledeputat gibt’s noch.“

„Teppichporsche“, ein Ruhrpott-Krimi, erschienen im Gmeiner-Verlag, Meßkirch, 321 Seiten, 9,90 Euro,
ISBN 978-3-8392-1093-2.

Ferdi Dick

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