Der tägliche Vitaminstoß
17.06.2010 | 16:03 Uhr 2010-06-17T16:03:00+0200
Wattenscheid.Gesunde Ernährung in Schulen – keine Selbstverständlichkeit. Das EU-Obstprogramm will die Kinder deshalb regelmäßig und kostenlos mit frischer, vitaminreicher Kost versorgen. Die Grundschule Westenfeld gehört zu den ausgewählten 355 Schulen in NRW, die am Schulobstprojekt teilnehmen dürfen.
Frühstückspause um 10 Uhr: Die Schüler greifen beherzt zu. Birnen, Äpfel, Bananen, Radieschen, Möhren, Orangen, Gurken, Trauben – das Angebot wechselt täglich. „Erdbeeren und Kirschen wären auch nicht schlecht“, meinen Fabienne und Selina aus der 4c. Und Merdan wünscht sich Melonen. Sie sind aber unterm Strich zufrieden mit dem Angebot. Doch auch früher schon haben sie von den Eltern Obst zur Schule mitbekommen.
Nach den Osterferien fiel der Startschuss für das Obstprojekt, das auch im kommenden Schuljahr stattfindet. „Wir hatten uns riesig gefreut, dafür ausgewählt worden zu sein”, erklärt Rektorin Cirsten Voß. Ihre Schule ist die einzige in Wattenscheid, die daran teilnimmt. Der Lieferant kommt zweimal die Woche mit der Obst- und Gemüseration für die insgesamt 270 Schüler vorbei. Die Dritt- und Viertklässler schnibbeln und schälen das Obst selbst in ihren Klassen, nachdem es in der Aula abgeholt wurde. Jeden Tag sind zwei andere Schüler für den „Küchendienst“ zuständig. Ähnlich wie beim Aufräum- oder Milchdienst, kommt da jeder einmal an die Reihe und trägt so zum Allgemeinwohl bei. „Das unterstützt das Schulklima und lässt die Schulgemeinde stärker zusammenwachsen”, betont die Rektorin. Für die Kinder der ersten und zweiten Klassen übernehmen Eltern diese Aufgabe. „Auf die Einhaltung der hygienischen Bestimmungen wird penibel geachtet”, erklärt Cirsten Voß.
Die Durchführung des Schulobstprogramms an der Westenfelder Straße wurde stringent durchgeplant, was auch eine der Voraussetzungen für die Teilnahme war. Die Annahme der Lieferung erfolgt in der offenen Ganztagsschule. Von dort aus geht es dann weiter zur Vorbereitung, bevor die Obstportionen dann auf die elf Klassen verteilt werden. Gemeinsam mit Konrektor Andreas Widera übernimmt Cirsten Voß die Projektkoordination. „Das Thema wird auch pädagogisch sinnvoll in den Unterricht eingebaut“, so die Rektorin.
Beworben habe sich die Grundschule Westenfeld auch deshalb, „weil in unserem Profil das Thema ,Gesundheit und Bewegung’ einen besonderen Stellenwert einnimmt“. Die Ganztagsschule achte verstärkt auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Doch nicht nur in schulischen Projekten und im Unterricht werden diese Aspekte thematisiert. „Wir arbeiten auch mit den Eltern zusammen, weisen sie darauf hin, wie wichtig ein gesundes Frühstück ist”, sagt Cirsten Voß.
Das habe sich gelohnt, denn schon vor dem Start des Obstprogrammes fand sich in vielen Butterbrotdosen oft klein geschnittenes Obst oder Gemüse. Süßigkeiten sind da die Ausnahme.
Das Schulobstprogramm sieht für jedes der Kinder rund 100 Gramm Gratis-Obst oder -Gemüse pro Tag vor. So soll gewährleistet sein, dass alle Mädchen und Jungen zusätzlich zu dem, was die Eltern mitgeben, eine Portion Vitamine bekommen. Voß: „In bin sehr zufrieden mit der Qualität der gelieferten Waren.“
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