Der Marsch der Gänsereiter
21.02.2012 | 17:50 Uhr 2012-02-21T17:50:00+0100
Wattenscheid.Deftiges hängt auf der langen Holzstange, die immer schwerer wird: Kein Wunder, fast an jeder Station, die die Gänsereiter ansteuern, gibt’s eine Menge Kringel dazu. Wurstsammeln ist angesagt – das hat Tradition.
Am Tag nach dem Gänsereiten ziehen die Blaukittel über die Straßen der „Königreiche“ Sevinghausen und Höntrop. Der Weg ist gepflastert mit Versorgungsstationen, überall ein netter Einkehrschwung. Es muss nicht immer Wurst sein, auch belegte Brötchen und Getränke werden gereicht.
Der Gänsereiterclub Sevinghausen startet am Dienstagmittag an seiner Halle am Wattenscheider Hellweg. Rund 60 Mann sind unterwegs, darunter das neue Königspaar Dirk I. (Hegenberg) und Sabrina I. (Meyer). Der Tross ist weder zu übersehen noch zu überhören – die Bergmannskapelle Glück Auf Kupferdreh und die „Ruhrpott-Kracher“ aus Bochum-Harpen sorgen für lautstarke Begleitung auf dem Marsch zu den Sammelstationen. Es geht unter anderem zu Schley, zur Wagenbauerhalle am Hellweg, zum KGV-Vereinsheim Vogelsang, zu Rewe-Mokanski, zu Privatleuten, die den Gänsereitern verbunden sind.
Einige Kilometer
Einige Kilometer legen die Blaukittel bis in den Abend zurück. Der Empfang ist stets heiter, die Kapelle spielt ein Ständchen, die Gastgeber/innen tanzen zum Abschluss mit dem König oder der Königin. Dann beendet ein Pfiff von Rittmeister Klaus-Michael Oskamp den Einkehrschwung: „Ausmarsch!“ Auf zur nächsten Station. Am Abend wird dann gemeinsam in der Gänsereiterhalle ein Teil der Würste verzehrt, der andere Teil einer sozialen Einrichtung gespendet.
Nicht anders die Situation im Königreich Höntrop. Pünktlich um zwölf Uhr setzt sich der Baukittel-Tross in Bewegung, am Kolpinghaus geht’s los. „Seit 1903 hat der Club diese Tradition wieder kontinuierlich aufleben lassen. Es ist die letzte Gelegenheit, sich vor der Fastenzeit noch einmal den Bauch vollzuschlagen“, schildert Guido Ortwein die historischen Hintergründe.
So hört man schon am frühen Nachmittag ein lautes „Gut Ritt“ aus der Gastwirtschaft „Toffte“, außerdem machen die Sammler Station bei vielen Firmen und Freunden. Dazu spielen der Spielmannszug und die Bogestra-Kapelle jeweils passende Musik, bis es am Abend zurück ins Kolpinghaus geht. Dort steht ab 20 Uhr der Rosendienstagsball und das gemeinsame Wurstessen auf dem Plan, noch einmal feiern die Gänsereiter sich und die Karnevalszeit.
Denn am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei.
19:22
Die blauen Hemden sehen aus, wie sie damals die Anhänger der FDJ trugen.
14:07
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