Der Mann hat's einfach drauf
02.09.2007 | 11:55 Uhr 2007-09-02T11:55:50+0200Frank Goosen überzeugt in der Freilichtbühne mit seinem Programm "A 40 - Geschichten von hier".Rund 500 Zuhörer erhalten eine gelungene Charakterisierung des Ruhris und seines Lebensraumes
Deutsche Kabarettisten gibt es viele. Zwischenzeitlich konnte sogar der Eindruck entstehen, dass die Komiker beinahe inflationär auf die Bühnen der Republik gespült werden. Dabei scheint Qualität nicht immer eine Rolle zu spielen. Anders verhält es sich mit Frank Goosen. Sein Auftritt am Samstagabend endet mit der saloppen Erkenntnis: "Der Mann hat's einfach drauf."
Der frühere Tresenleser erzählt in der Freilichtbühne vor rund 500 Zuhörern "A40 - Geschichten von hier". Gut 90 Minuten lang plus Zugaben wirft er einen ebenso liebevollen wie ehrlichen Blick auf das Ruhrgebiet. Mitten im Programm stellt Goosen fest, was eigentlich die Beziehung der Menschen zu ihrer Region am besten charakterisiert: "Nee, schön ist das nicht. Aber mein's." Oder wie sein Opa sagte: "Woanders ist auch Scheiße."
Die deftige Sprache ist für den 41-Jährigen ein Markenzeichen der Ruhris. Dementsprechend muss er "hart gegen arbeiten", wenn seine Frau aus Süddeutschland den Nachwuchs rethorisch gut erziehen will. Ein großes Mundwerk hat er ebenfalls bei den Bewohnern ausgemacht und unterstreicht dieses zur Freude seiner Fans mit Anekdoten um Kollege "Mücke". Tatsächlich kann der geborene Ruhrpottler nur mit dem Kopf nicken, wenn der Kabarettist feststellt: "Wir sind nicht besonders höflich, aber sehr direkt. Das heißt, man kommt mit uns ins Gespräch, ob man will oder nicht."
Der Besucher in der Freilichtbühne ist zudem privilegiert, erlebt er am Samstag doch die Premiere der bei Goosen eigentlich verpönten "Publikumsmitmachspielchen". Doch wenn der Humorist den "Wodka Wick-Blau" mit der Goldmedaille als ungesundestes Getränk auszeichnet, drängt es sich schon beinahe auf, seinen Zuhörern die abenteuerliche Mischung zum Test anzubieten. Die wagemutigen Probanten haben es aber augenscheinlich überlebt.
Bleibt noch der Fußball, der im Ruhrpott viel mehr ist als nur Sport. Das offene Bekenntnis zum VfL Bochum sei Goosen angesichts eines gelungenen Auftrittes verziehen. "Dreimal ist Bochumer Recht", lautet seine Hoffnung, auf die er einen Pokalsieg nach 68' und 88' stützt. Nach kurzer Überlegung stellt er überzeugt fest: "Die Idee ist so idiotisch, die könnte funktionieren."
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