Das aktuelle Wetter Wattenscheid 4°C
Rauchverbot

Das Ende der Ausnahmen

27.06.2012 | 17:43 Uhr
Das Ende der Ausnahmen
Bald ein Bild mit Seltenheitswert. Foto: Winfried Labus / WAZ FotoPool

Wattenscheid. Das Rauchverbot und kein Ende. Nachdem die rot-grüne Landesregierung nun das absolute Rauchverbot plant, laufen viele Wattenscheider Gastronomen Sturm. Sie hoffen, dass es doch nicht so resolut kommen wird – und befürchten das Schlimmste.

Das „Stadtgespräch“ in der Innenstadt ist eine typische Fußballkneipe. Ein Schalke-Fanclub trifft sich dort, und während der EM wird im Stadtgespräch jedes Spiel gezeigt. „Mit Ton“, wie eine Tafel verkündet. Die Zigarette gehört an der Westenfelder Straße einfach dazu. „99 Prozent unserer Gäste sind Raucher“, sagt Inhaber Thomas van Beekum. Wenn das Qualmverbot auch auf kleine Kneipen ausgedehnt wird, wie es der Gesetzentwurf vorsieht, dann fürchtet er um seine Existenz. „Wie alle Wirte in Wattenscheid“, sagt van Beekum. „Die Lage in der Gastronomie ist hier eh schon schwierig.“ Ende des Jahres läuft sein Pachtvertrag aus. „Ich weiß noch nicht, ob ich weitermachen soll.“ Denn viele Stammgäste würden nicht mehr kommen, wenn keine Aschenbecher mehr auf den Tischen stünden. „Dann gucken sie Fußball zu Hause.“

Das bestätigt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Die klassische Eckkneipe werde das bevorstehende Rauchverbot nicht überleben, glaubt Claus Altendorf, Geschäftsführer des Dehoga Bochum/Dortmund. „Was mich so ärgert: Vor zwei Jahren wurde ein Gesetz gemacht, jetzt wird es wieder geändert. Auf die Politik ist kein Verlass.“

Auch der Karneval blickt mit Sorge auf das absolute Rauchverbot, das ab 2013 ebenso bei Brauchtumsfesten gelten soll. Heinz Bernd Wirth zur Osten ist Vorsitzender des Gänsereiterclubs Sevinghausen und Nichtraucher. Er sagt: „Ich habe schon mehrere Karnevalsveranstaltungen erlebt, auf denen ein Rauchverbot galt. Das Programm wird massiv gestört, weil ständig Leute aufstehen und nach draußen vor die Tür gehen.“ „Angst“ habe er zum Beispiel vor Weiberfastnacht. „Da haben die Menschen besonders viel Spaß.“ Die Atmosphäre werde sabotiert, wenn Raucher ständig vor der Tür stünden. Nicht nur die Stimmung, auch die Vereinskasse werde leiden. Sicher kämen weniger Leute, trotzdem bräuchten sie mehr Personal, das draußen kontrollierte. Wirth zur Osten: „Das Gesetz wird uns finanzielle Einbußen bringen.“

Jonas Erlenkämper


Kommentare
Aus dem Ressort
Bambus blüht im Rathausbeet
WAT schön – WAT schäbig
Erneut haben die Wattenscheider ein wachsames Auge auf ihre Stadt geworfen, dabei Schönes wie Schäbiges entdeckt und der WAZ-Redaktion gemeldet. Hier einige Beispiele.
Tuning-Szene drehte zum "Car-Freitag" in Wattenscheid auf
Car-Freitag
Ob's an der A40-Sperrung lag: Der diesjährige "Car-Freitag" in Bochum-Wattenscheid war auffallend ruhiger als üblich. Für die Polizei war es dennoch ein Groß-Kampftag. Zahlreiche der aufgenotzten Autos wurden aus dem Verkehr gezogen.
Hellweg Theater blickt auf 20 erfolgreiche Jahre
Kultur
Vor 20 Jahren gründeten Brigitte und Heinz Dieter Zinnschlag, der kürzlich 65-jähriges Bühnenjubiläum feierte, mit der Inszenierung „Adel verpflichtet“ das semiprofessionelle Hellweg Theater.
Einbrecher machen reichlich Beute
Blaulicht
Die Einbruchserie reißt nicht ab, diesmal waren die Täter in Eppendorf unterwegs: Bei einem Einbruch, der sich laut Polizei am vergangenen Mittwoch, 16. April, zwischen 7 und 14.30 Uhr in einer Wohnung „Am Luftschacht“ zugetragen hat, konnten die Täter leider reichlich Beute machen.
Autotuner machen am Car-Freitag mächtig Lärm in Wattenscheid
Car-Freitag
Die Wattenscheider werden sich am eigentlich stillen Feiertag Karfreitag auf einigen Lärm einstellen müssen. Denn die Autotuning-Szene will sich mal wieder mit rund 2000 Fahrzeugen an der A 40-Abfahrt Dückerweg präsentieren. Die Polizei kündigt an, am „Car-Freitag“ massiv Präsenz zu zeigen.
Fotos und Videos
Car-Freitag
Bildgalerie
Karfreitag
"Car-Freitag" 2014
Bildgalerie
Autotuning
Frühlingsmarkt mit fairen Produkten
Bildgalerie
Frühlingsmarkt
Weitere Nachrichten aus dem Ressort