Bunt wie der Schnee
14.02.2010 | 20:16 Uhr 2010-02-14T20:16:00+0100
Wattenscheid. Geschätzte 70.000 Jecken verfolgten am Sonntag den Weg des großen Stadtumzugs in Wattenscheid. Dick eingemummelt waren sie alle, die kleinen Wickinger, Hexen, Teufelchen, Tiger, Löwen, Pippis oder Biene Majas, die die Straßen säumten.
Keine Frage, der Karneval in der „Alten Freiheit” ist bunt – der färbt sogar den Schnee. Die weiße Pracht – in rauen Mengen niedergegangen auf die närrische Hochburg bis in den späten Samstagabend – ließ die Zugverantwortlichen am Sonntagmorgen kalt: „Wir ziehen wie geplant.” Und der Schnee wurde schön bunt – durch jede Menge Konfetti, die auf die Zig-tausend Jecken entlang der Strecke niedergegangen war.
Gut platziert hatte GüKaGe-Vorsitzender Wolfgang Schick am Samstag im Rundfunk eine Werbung für die närrische Hellwegstadt: Da trat er in einem Quiz gegen einen Vereinsvertreter aus Köln an – und erreichte immerhin ein Unentschieden.
Dick eingemummelte Jecken
Dick eingemummelt waren sie alle, die kleinen Wickinger, Hexen, Teufelchen, Tiger, Löwen, Pippis oder Biene Majas, die die Straßen von Günnigfeld bis tief in die Hochstraße säumten. Die Kolping-Spielschar wollte es dennoch ganz genau wissen: „Seid ihr alle schön warm angezogen?” Die Antwort gab ein rot-grün gewandeter Zwerg mit der Rücken-Aufschrift: „Nur die Harten kommen in den Garten.” Dazu sollten aber nicht die 35 Pferde zählen, die die Gänsereiter aus Höntrop und Sevinghausen lieber im Stall ließen – „kein Sicherheitsrisiko eingehen”, sagte Clubsprecher Achim Hehrs. Ohne Pferde war auch der Ländliche Reit- und Fahrverein unterwegs – dafür aber mit viel Heu auf dem Dach seines Busses.
Aber selbst um die Rösser „abgespeckt” brauchte der Zug seine Zeit; gut eine Stunde dauerte es, bis die Kolonne den Weg aus Günnigfeld bis an die Parkstraße geschafft hatte. Dort war's auf den Bürgersteigen und an den Getränkeständen rappelvoll. „Was wird bevorzugt, Bier oder Glühwein?” Die Antwort: „beides”. Noch ein Unentschieden.
Auch Außerirdische mischten sich unters Volk
Vom jecken Publikum war Geduld gefordert, immer wieder stand der Zug; während vor dem Rathaus schon gefeiert wurde, war von den Höntropern als „Spitzenreiter” in der Fußgängerzone noch längst nichts zu sehen. Nur Menschen, jede Menge Menschen. Obwohl sich auch Außerirdische unter die Jecken gemischt hatten – mehrere Na'vi vom Planeten Pandora, bekannt aus dem Top-Film Avatar. Und jede Menge Tiere: Löwen, Hasen, Schweine, Affen, (Eis-) Bären – sogar die lila Milka-Kuh feierte fröhlich mit.
Tierisch ging's auch auf den Wagen zu: Die Schweinegrippe hatten sich die Wagenbauer nicht entgehen lassen. Motivwagen mit politischem Bezug musste man jedoch mit der Lupe suchen. Dafür tauchte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz gleich zweimal mit ihrer Tränenliste auf. Und auch das Kulturhauptstadtjahr war vertreten: mit dem Touristenziel Holland. Zeche Holland, versteht sich.
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