Bürger sorgen sich um Sicherheit

Die Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum (maGma) der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena.
Die Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum (maGma) der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hitziger Informationsabend zur Errichtung der großen Flüchtlingsunterkunft„Auf dem Esch“ in Höntrop. Platz für 336 Menschen

Wattenscheid..  Ein überfülltes Gemeindezentrum St. Maria Magdalena (rund 300 Besucher) und eine Menge Diskussionsbedarf: Die Errichtung der großen Flüchtlingsunterkunft „Auf dem Esch“ schlägt hohe Wellen in Höntrop. Die Pfarrer Uwe Gerstenkorn und Hans-Werner Thönnes hatten als Moderatoren des Informationsabends, zu dem die Stadt am Montag eingeladen hatte, keine leichte Aufgabe.

Alle Anwesenden sollten die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen; themenfremde Beiträge oder Unsachliches sollten ausgeblendet werden. Die Veranstaltung, in der Bezirksbürgermeister Manfred Molszich, Ute Bogucki (Amtsleiterin für Soziales und Wohnen) sowie Klaus Radtke (Zentrale Dienste) Rede und Antwort standen, glich zeitweise eher einer hitzigen Debatte. Zentrales und wiederkehrendes Anliegen war die Sicherheit, um deren Erhalt sich ein Teil der Besucher sorgte.

Schlecht „einsehbares Gelände“

Ein Sicherheitskonzept – zum Schutz aller – werde vorhanden sein, versicherte Bogucki: „Es wird Security eingesetzt, die Flüchtlinge sind nie ohne Aufsicht. Gleichzeitig sind Hausmeister sowie Sozialarbeiter und -betreuer vor Ort, die durch Dolmetscher unterstützt werden.“ Bemängelt wurde seitens der Bürger das schlecht „einsehbare Gelände“ rund um die neue Unterkunft, welches von Büschen bewachsen ist. Eine Maßnahme wird sein, so Radtke, den vorhandenen Zaun zu verlängern, somit das neue Areal von der Sportanlage abzugrenzen (inklusive separater Eingänge und Zufahrten).

Hauptkommissar Bernd Rabe sagte, die Polizei werde Präsenz zeigen und Streife fahren. Bezirksbeamte würden in den Aufbau des sozialen Netzes involviert sein. Ehrenamtlich Engagierte, die bereits Erfahrungen in anderen Flüchtlingsunterkünften gesammelt haben, untermauerten Rabes Hinweis: „Die Ruhrstraße funktioniert einwandfrei, dort gab es noch nie Probleme. Wer Angst hat, kann auf die Flüchtlinge zugehen, ihnen den Ort und Verhaltensweisen näherbringen und so das Zusammenleben fördern.“ Dies sei auch Aufgabe der Sozialarbeiter, ergänzte Bogucki.

Moderator Pfarrer Thönnes sprach treffend von einer „Ambivalenz im Publikum, zwischen Angst und der Frage: Wie kann ich auf die Menschen zugehen?“ Nach andauernden Zwischenrufen meinte Manfred Molszich: „Nichts von dem, was Sie befürchten, ist in Wattenscheid passiert. Wir sollten etwas herunterfahren und schauen, wie wir vernünftig mit dem Thema umgehen können.“

Die brennende Bürgerfrage, wer genau „Auf dem Esch“ untergebracht wird – Nationalitäten? Familien oder Alleinstehende? – konnte Bogucki zum jetzigen Stand nicht beantworten: „Das entscheidet sich in der Regel leider äußerst kurzfristig.“ Die WAZ wird weiter informieren.