Das aktuelle Wetter Wattenscheid 22°C
Diskussion

Bürger sorgen sich um Sicherheit

27.01.2016 | 08:00 Uhr
Bürger sorgen sich um Sicherheit
Die Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum (maGma) der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena.Foto: Gero Helm

Wattenscheid.  Hitziger Informationsabend zur Errichtung der großen Flüchtlingsunterkunft„Auf dem Esch“ in Höntrop. Platz für 336 Menschen

Ein überfülltes Gemeindezentrum St. Maria Magdalena (rund 300 Besucher) und eine Menge Diskussionsbedarf: Die Errichtung der großen Flüchtlingsunterkunft „Auf dem Esch“ schlägt hohe Wellen in Höntrop. Die Pfarrer Uwe Gerstenkorn und Hans-Werner Thönnes hatten als Moderatoren des Informationsabends, zu dem die Stadt am Montag eingeladen hatte, keine leichte Aufgabe.

Alle Anwesenden sollten die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen; themenfremde Beiträge oder Unsachliches sollten ausgeblendet werden. Die Veranstaltung, in der Bezirksbürgermeister Manfred Molszich, Ute Bogucki (Amtsleiterin für Soziales und Wohnen) sowie Klaus Radtke (Zentrale Dienste) Rede und Antwort standen, glich zeitweise eher einer hitzigen Debatte. Zentrales und wiederkehrendes Anliegen war die Sicherheit, um deren Erhalt sich ein Teil der Besucher sorgte.

Schlecht „einsehbares Gelände“

Ein Sicherheitskonzept – zum Schutz aller – werde vorhanden sein, versicherte Bogucki: „Es wird Security eingesetzt, die Flüchtlinge sind nie ohne Aufsicht. Gleichzeitig sind Hausmeister sowie Sozialarbeiter und -betreuer vor Ort, die durch Dolmetscher unterstützt werden.“ Bemängelt wurde seitens der Bürger das schlecht „einsehbare Gelände“ rund um die neue Unterkunft, welches von Büschen bewachsen ist. Eine Maßnahme wird sein, so Radtke, den vorhandenen Zaun zu verlängern, somit das neue Areal von der Sportanlage abzugrenzen (inklusive separater Eingänge und Zufahrten).

Lokales
Mehrere Hallen als Quartier

Nach den derzeitigen Erdarbeiten werden ab Februar sechs Wohn- und zwei Gemeinschaftshallen (30 Meter lang, zehn Meter breit) in Hellweg-Nähe errichtet. Die Fertigstellung ist auf April datiert.

In jeder Wohneinheit sind seitlich 14 Schlafkabinen für je vier Personen, pro Halle können 56, in der gesamten Unterkunft maximal 336 Menschen untergebracht werden. In der Mitte befindet sich jeweils ein Gemeinschaftsbereich, u.a. ausgestattet mit je zwei TVs und PCs sowie Sitzmöglichkeiten. An jede Leichtbauhalle sind zudem zwei Sanitätsbereiche angegliedert, getrennt in Dusche und Toilettenanlage. Die beiden Gemeinschaftshallen sind mit Büroräumen, Freizeit- und Essensmöglichkeiten ausgestattet. Eine Küche ist nicht vorhanden, die Verpflegung übernimmt ein Caterer. Dies sei sehr unglücklich, räumt Bogucki ein, da Selbstversorgung eine gute Möglichkeit der Integration und des Kennenlernens der neuen Umgebung sei. Aus Sicherheits-, Platz- und Zeitgründen sei eine Ausstattung mit Kochmöglichkeiten jedoch nicht möglich, begründet Radtke. Pro voll ausgestatteter Halle zahlt die Stadt monatlich 10 000 Euro Miete, die zu 50 bis 60 Prozent durch den Bund refinanziert werde. Die Mietdauer beträgt zunächst fünf Jahre.

Hauptkommissar Bernd Rabe sagte, die Polizei werde Präsenz zeigen und Streife fahren. Bezirksbeamte würden in den Aufbau des sozialen Netzes involviert sein. Ehrenamtlich Engagierte, die bereits Erfahrungen in anderen Flüchtlingsunterkünften gesammelt haben, untermauerten Rabes Hinweis: „Die Ruhrstraße funktioniert einwandfrei, dort gab es noch nie Probleme. Wer Angst hat, kann auf die Flüchtlinge zugehen, ihnen den Ort und Verhaltensweisen näherbringen und so das Zusammenleben fördern.“ Dies sei auch Aufgabe der Sozialarbeiter, ergänzte Bogucki.

Moderator Pfarrer Thönnes sprach treffend von einer „Ambivalenz im Publikum, zwischen Angst und der Frage: Wie kann ich auf die Menschen zugehen?“ Nach andauernden Zwischenrufen meinte Manfred Molszich: „Nichts von dem, was Sie befürchten, ist in Wattenscheid passiert. Wir sollten etwas herunterfahren und schauen, wie wir vernünftig mit dem Thema umgehen können.“

Die brennende Bürgerfrage, wer genau „Auf dem Esch“ untergebracht wird – Nationalitäten? Familien oder Alleinstehende? – konnte Bogucki zum jetzigen Stand nicht beantworten: „Das entscheidet sich in der Regel leider äußerst kurzfristig.“ Die WAZ wird weiter informieren.

Timo Gilke

Kommentare
29.01.2016
13:09
Bürger sorgen sich um Sicherheit
von Hurra96 | #3

Es ist doch mehr als normal das man sich seine Gedanken zur Merkels Mißpolitik macht. Es gibt genug Beispiele wo gerade die armen Flüchtlinge meinen...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
Funkhaus Europa Odyssee
Bildgalerie
Freilichtbühne
Kassierer krönen das Festival
Bildgalerie
Bochum Total
Fans feiern beim Finale
Bildgalerie
Bochum Total
Phantom der Oper
Bildgalerie
Kultur
article
11498820
Bürger sorgen sich um Sicherheit
Bürger sorgen sich um Sicherheit
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/wattenscheid/buerger-sorgen-sich-um-sicherheit-id11498820.html
2016-01-27 08:00
Wattenscheid