Brüder brennen für ihren Bacchus

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Der Gott des Weines, den der Markaner Bacchus-Club Jahr für Jahr baut, in der Gaststätte „Haarmann’s“ liebevoll platziert und am Veilchendienstag verbrennt, hat viele Gesichter, sieht von Session zu Session anders aus. „Mal Gentleman, mal Säufer“, lautet der Tenor der Bacchusschwestern, die für das Anfertigen der Puppe zuständig sind. „Wie ein Mann eben so ist.“

Doch abseits des Humoristischen bleibt den Damen manchmal kaum die große Auswahl bei der Kleidung. „Wir schauen, was wir in unseren Schränken gefunden haben und ziehen den Bacchus dann dementsprechend an“, schildern Renate Szniewski und Christa Krecek, die zusammen mit Jutta Stange, Ruth Vollmer, Doris Kaiser und Dagmar Lins am vergangenen Samstag wieder ordentlich Hand angelegt haben.

Chic soll er diesmal sein

Pünktlich um 11.11 Uhr trafen sie sich dazu am Schaffnerweg, zuerst galt es, ein Holzgerüst als Grundlage von der Schulter bis zum Fuß zu aufzustellen. Mit Unterwäsche formten die Frauen den Körper. „Nach bestem Mannesbild“, wie sie betonten. Hemd, Sakko, Hose, über den Kopf ein Seidenstrumpf und Schminke: Fertig, und diesmal richtig chic geworden ist der Patron aller fröhlichen Zecher. Der letzte Feinschliff obliegt dann stets den Bacchusbrüdern. Sie drücken ihrem Namensgeber noch Zigaretten und eine Flasche Schnaps in die Hand.

Er sollte das Leben in der Tat in vollen Zügen genießen, schließlich endet es bereits wieder am Dienstag, 17. Februar. An diesem Abend steigt die Karnevalsgala des Markaner Bacchus-Clubs in der Gaststätte „Haarmann’s“, Munscheider Straße 88. Tickets sind bereits in der Eppendorfer Gastronomie erhältlich, können aber auch unter 0171/ 2 84 66 39 reserviert werden. Der Eintritt kostet 9,99 Euro.

Im Mittelpunkt steht einerseits die traditionelle Bacchusverbrennung, andererseits lassen sich die Mitglieder auch immer ein jeckes Programm einfallen, wie es zur närrischen Sitzung gehört. „Und das gestalten wir größtenteils aus den eigenen Reihen“, wie Präsident Rolf-Jürgen Scheerer ankündigt. Dazu zählen Büttenreden, Sketche, Tanzmariechen und ein musikalischer Rahmen. Den „lebendigen Bacchus“ gibt Gerd Seide.

Insgesamt gehören noch elf aktive Bacchusbrüder – von einst 30 – dem Brauchtumsverein an. Mitglieder, die sich nicht nur in der fünften Jahreszeit sehen, die sie am Aschermittwoch jeweils mit einem Fischessen beschließen. Zu den regelmäßigen Terminen gehören zudem der Vatertagsauflug durch Eppendorf, der Jahresausflug im Sommer sowie mehrere Grillabende, bevor dann auch schon wieder die neue Session eingeläutet wird – und damit die Damen auf ein Neues vor der Frage stehen, ob sie aus ihrem Bacchus einen Säufer, oder doch einen Gentleman machen.