Berufung als „Bufdi“ gefunden

Mark Thomalla betreut unter anderem Patientin Elisabeth Engelke auf ihren Wegen mit dem Rollator.
Mark Thomalla betreut unter anderem Patientin Elisabeth Engelke auf ihren Wegen mit dem Rollator.
Foto: FUNKE Foto Services

Wattenscheid.. Der Weg schien vorgezeichnet. Am Schreibtisch, im kaufmännischen Bereich sollte er enden. Mark Thomalla hatte zur Schulzeit extra schon ein Praktikum geleistet, das Abitur am Märkischen Gymnasium gemacht. Was fehlte, war dann jedoch ein Ausbildungsplatz. Eigentlich als Umweg begann er daraufhin seinen Bundesfreiwilligendienst im Marien-Hospital. Auf der Spur in einen ganz anderen Beruf wird der 20-Jährige nun seine Stelle in drei Monaten wieder verlassen – um eine Lehre zum Physiotherapeuten zu starten.

„Der Umgang mit den Patienten hat mir großen Spaß gemacht. Es war schön zu sehen, wie man ihnen dabei helfen konnte, wieder fit zu werden“, zieht Thomalla bereits jetzt, nach sieben Monaten an der Parkstraße, ein so positives Fazit, dass er sein berufliches Ziel völlig auf den Kopf gestellt sieht.

Als „Bufdi“ war und ist er im „Hol- und Bringe-Dienst“ der Klinik eingesetzt, sorgt dafür, dass Patienten von A nach B innerhalb der Einrichtung kommen. Es sei wichtig gewesen, das Vertrauen der Patienten zu gewinnen, ihnen die Sicherheit zu geben, langsam wieder selbstständig Fuß zu fassen. „Erst holt man die Patienten mit dem Rollstuhl ab, dann mit dem Rollator, bis sie vielleicht irgendwann wieder eigenständig gehen können. Diese Entwicklung beobachten zu können, ist ein gutes Gefühl.“ So gut, dass diese Erfahrung Berufswunsch werden konnte.

Sinneswandel nicht selten

Holger Krämer, Therapie-Abteilungsleiter und Anleiter für die Freiwilligen, erlebt solch einen Sinneswandel nicht selten. „Die Ideen wachsen, ändern sich“, sagt er. Rund zehn Freiwillige, alle im Alter zwischen 18 und Anfang 20, gehören regelmäßig zum Team am Marien-Hospital, erhalten dabei auch Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Thomalla etwa durfte auf Wunsch einen Physiotherapeuten bei seiner Arbeit begleiten, sammelte mitentscheidende Erfahrungen für seinen weiteren Weg, den er ab Oktober in der Schule für Physiotherapie „Bigest“ an der Günnigfelder Straße fortsetzen wird. „Der Schreibtisch kommt für mich nicht mehr infrage“, stellt der „Bufdi“ aus Leithe klar. „Spaß und Entwicklung stehen für mich jetzt im Vordergrund. Ich bin überzeugt von dem, was ich tue.“ Holger Krämer glaubt nicht weniger an ihn und seine Zukunft: „Therapeuten werden gesucht. Die Menschen werden schließlich immer älter.“

Das Marien-Hospital sucht regelmäßig Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Bewerbungen können Interessierte direkt an die Klink richten.

Aktuell auf der Suche ist aber auch noch das Rote Kreuz, vor allem für den Behindertenfahrdienst. Bewerber müssen mindestens 19 Jahre alt sein und ein Jahr lang Erfahrungen im Straßenverkehr gesammelt haben. Denn durch das „Turbo-Abi“ habe sich die Zahl der Bewerber bisher nicht erhöht, jedoch das Alter der Interessierten verringert, schildert DRK-Präsident Thorsten Junker. „Das begleitete Fahren ab dem 17. Lebensjahr wird nicht für den erforderlichen Personenbeförderungsschein akzeptiert. Wir suchen Interessenten, die ab dem 1. Juli oder später beginnen können. Insgesamt benötigen wir noch zehn Personen.“ Info: 8 70 18.

Fürs Jahr 2015 keine Plätze mehr zu vergeben hat dagegen das Altenheim St. Elisabeth von Thüringen an der Berliner Straße. „Bewerbungen nehmen wir aber jederzeit entgegen, in der Regel sind die Einstiegstermine zum 1. August oder 1. September“, teilt Geschäftsführer Hans-Jürgen Rempe mit. Die Freiwilligen werden in der Betreuung und auch – je nach Möglichkeit des Freiwilligen – im Bereich der Grundpflege eingesetzt.