Bahnpläne auf dem Prüfstand

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Wattenscheid..  Das Thema Rhein-Ruhr-Express (RRX) und die dazugehörige Umleitung von Regionalzügen über Höntrop bleibt aktuell. So beschäftigte sich damit in dieser Woche der Ratsausschuss für Infrastruktur und Mobilität. Die Koalition von SPD und Grünen stellte dabei die Weichen für Änderungen in der Stellungnahme der Stadt Bochum zum Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben RRX.

Zum Hintergrund: Die Bahn plant, den Regionalverkehr nicht mehr am Wattenscheider Bahnhof halten zu lassen, wo zukünftig lediglich der RRX Station machen soll. Stattdessen werden diese Züge dann zusätzlich zum S-Bahnverkehr über Höntrop fahren. Doch ist eben jener Streckenabschnitt in den bisherigen Vorstellungen als „Baulücke“ ausgewiesen. Das bedeutet keinen „aktiven Schallschutz“ – also Schallschutzwände – in einem Bereich rund um die Hönnebecke.

Dazu will die Koalition in der Stellungnahme ergänzt wissen: „Aus Sicht des Rates der Stadt Bochum besteht in Höntrop ein steigender Bedarf an aktivem Lärmschutz. Der Rat der Stadt Bochum fordert die Deutsche Bahn auf, zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen vorzusehen.“ SPD-Ratsmitglied Reiner Rogall schildert: „Selbst ein Lärmschutz nur auf Radsatzhöhe könnte schon eine Verbesserung bringen.“

Bodenbeschaffenheit untersuchen

Ein weiteres Problem ist die Bodenbeschaffenheit vor Ort. „Neben der ,Lärmbelästigung’ besteht auch eine lebensbedrohende Gefährdung durch Erschütterungseinwirkungen auf unseren ,Schweizer-Käse-Boden’, der aufgrund des ehemaligen Bergbaus nachhaltig und in einzigartiger Weise vorgeschädigt ist“, wie Karl Christian von der Anwohnerinitiative betont. Er ließ den zuständigen Ratsmitgliedern vorab eine Stellungnahme diesbezüglich zukommen.

„Wir nehmen das ernst“, antwortet Rogall. „Höntrop ist schließlich ein gebeuteltes Kind.“ Von zusätzlichen Erschütterungen durch den hinzukommenden Verkehr sei auszugehen. SPD und Grüne erklären dazu: „Die Annahmen für den Prognosefall in der Erschütterungstechnischen Untersuchung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bestätigen das. Da diese Erschütterungen insgesamt als zu gering angesehen werden und es sich zudem um eine Strecke im laufenden Betrieb handelt, besteht nach Auffassung der Gutachter kein Handlungsbedarf. Es sollte im Betrieb überprüft werden, ob diese Einschätzung haltbar ist.“

Rogall selbst geht noch weiter und zieht vorausgehende, intensive Prüfungen der Bodenbeschaffenheit im Bereich der Bahnstrecke an der Straße „In der Hönnebecke“ und Umgebung in Erwägung.